Miserable Schauspieler ….. ausgezeichnet dargestellt

22. November 2018 | Von | Kategorie: Rezensionen

Rezension von ……………………………. Hermine Touschek

Zur näheren Erklärung: Die Rollen, die zu spielen sind, sind miserable Schauspieler. So wollen es die Autoren Danielle Navarro und Patrick Haudcoeur in der Komödie „Tee Zitrone oder ohne?“, die sich der Theaterverein „am schauplatz Eberstalzell“ heuer vorgenommen hat. Regie (und eine der Hauptrollen) führt einmal mehr Christian Maier.

Die französische Komödie wurde mit dem „Prix Molière“, dem nationalen französischen Theaterpreis ausgezeichnet und spielte am Pariser Théatre Fontaine beinah anderthalb Jahre lang vor ausverkauftem Haus ….. in der Übersetzung von Felix Prader (der vor Jahren schon Yasmina Rezas Stücke für die deutschen Bühnen entdeckte).

Eine Schauspieltruppe probt eine typische Boulevard-Komödie. Der betrogene Ehemann, der Liebhaber im Schrank. Theaterpannen und – missverständnisse am laufenden Band.
Eine schwache Regisseurin (Simone Neuhofer), eine sich selbst überschätzende Schauspielerin (Doris Seyr), ein Hauptdarsteller (Christian Maier), der keine Ahnung hat, was er da überhaupt tut und ein Kollege (Christoph Eder), der vor vermeintlich guten Einfällen nur so strotzt. Dass die Kostümbildnerin (Uli Fischereder) Romantik mit Rom antik verwechselt, mag da nicht mehr überraschen …….. und so bekommt der Hauptdarsteller eine neckische Tunika mit Helm.

Man möchte eigentlich schon das Theater verlassen, wenn man sich die Proben der Truppe anschaut. Wenn man denkt, es geht nicht noch schlechter, wird man mit der Premiere eines Besseren belehrt. Die Schauspieler manövrieren sich von einer Katastrophe in die nächste.
Henri Dujardin (Christian Maier), ein Schürzenjäger und Gentleman-Gangster, der Madame Marie-Agnès Devignac (Doris Seyr) zuerst an die Wäsche, dann an ihren Schmuck will. Natürlich kommt ausgerechnet dann der Ehegatte Louis-Philippe Devignac (Christoph Eder) von einer Geschäftsreise nach Hause. Alle sind krampfhaft bemüht, die elegante französischer Stimmung der 1920er-Jahre zu erzeugen, in der das Stück spielt.

Christian Maier spielt so gekonnt untalentiert, dass man schon Mitleid haben muss.  Fulminant stolpert er von Panne zu Panne. Mit dieser Rolle auch noch Regie zu führen, verdient größte Hochachtung. Doris Seyr gibt die ….. nur ihrer eigenen Meinung nach ….. begabte Hauptdarstellerin, die beindruckend die Augen verdrehen kann aber freudlos ihre Rolle spielt. Christoph Eder ist der Schauspieler, der mit seinen vermeintlich tollen, aber absurden Einfällen der Regisseurin eine zweifelhafte Hilfe ist.
Mit ansteckender Begeisterung kämpft sich das Ensemble durch den turbulenten Theaterspaß.

Diese Produktion ist ein aggressiver Angriff auf die Lachmuskeln. Für Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen wird Ihnen auch Ihr Apotheker nicht helfen können.

Noch zu sehen am:
23. und 24. November jeweils um 19.30 Uhr

https://am-schauplatz.jimdo.com/aktuell/

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