Hinter jeder Tür lauert ein Problem ….

28. Januar 2019 | Von | Kategorie: Rezensionen

Rezension von ……………………………. Hermine Touschek

Die britischen Erfolgsautoren Anthony Marriott und Bob Grant schrieben mit „Kein Platz für Liebe“ (Originaltitel: No Room For Love) eine turbulente Komödie, die die Theatergruppe Sierninghofen-Neuzeug heuer auf den Spielplan gesetzt hat. Die Regie lag einmal mehr in den bewährten Händen von Thomas Hochrathner.

Der angesehene Arzt Dr. Garfield (Paul Schlader) und seine Sprechstundenhilfe Michele (Julia Lichtenegger) wollen ein erotisches Stelldichein genießen. Zu diesem Zweck haben sie unter dem Decknamen Mr. und Mrs. Smith das beste Zimmer eines  genauso abgelegenen wie abgewohnten Hotels gebucht. Alsbald trifft aber ein echtes Brautpaar namens Smith ein, um dort seine Hochzeitsnacht zu verbringen. Nicht genug damit, dass der Hotelmanager (Michael Noska) und der Portier (Christian Klausberger) überfordert sind, taucht auch noch ein weiteres seltsames Paar auf und Dr. Garfields Gattin (Helga Kaiser) samt Harfe.  Ein dreifach vergebenes Hotelzimmer birgt eine Kette von Verwechslungen und Verwirrungen und löst völliges Chaos unter allen Beteiligten aus.

Keine leichte Aufgabe, die sich die Theatergruppe samt Regisseur mit diesem Stück heuer ausgesucht hat. Ein rasantes Stück mit sieben Türen und einem Bäumchen-wechsel-dich-Spiel, das auf die Spitze getrieben wird. Die Autoren haben zwar nicht alle rechnerisch möglichen Paarkonstellationen ausgeschöpft, aber damit wäre das Stück dann doch bedeutend zu lange geworden – war es auch so wahrscheinlich schon eine Herausforderung, einen Strich zu setzen – hängt doch vieles notwendig schlüssig zusammen.

Für die Schauspielerinnen und Schauspieler ist das hohe Tempo und das exakt erforderliche Timing des Stücks eine große Herausforderung, der sie meisterlich gewachsen sind. Zimmer, Koffer, Menschen und eine Harfe wechseln rasend schnell ihre Standorte. Die amüsierten Zuschauer sind der Handlung immer ein kleines Stückchen voraus und sehen die Akteure geradewegs in ihr Unheil rennen.

„Bärchen“ (Alexander Noska) und „Eichhörnchen“ (Sabine Schlader), das sexuell verklemmte Flitterwochenpaar, ist bemitleidenswert komisch. Helga Kaiser als Mrs. Garfield ist eine resolute Ehefrau, die nur scheinbar den Über- und Durchblick hat. Paul Schlader als ihr liebesuchender Ehemann, hat das vollste Verständnis des Publikums für seinen beabsichtigten Seitensprung. Der unmotivierte Portier Albert (Christian Klausberger) dreht sich die Worte, wie er sie braucht. Kein Wunder, dass er zu den bereits vorhandenen Allergien auch eine gegen Musik entwickelt, wenn er eine Harfe zigmal von einem Zimmer zum anderen transportieren muss. Liebenswert schrullig ist Poldi Brandner als erfinderische Alkoholikerin, die ihre mitgebrachten Spirituosen an den unmöglichsten Orten zu verstecken sucht.

Dem spielfreudigen Ensemble ist unter der Regie von Thomas Hochrathner das gelungen, was das Publikum liebt: schwung- und temperamentvolle Unterhaltung mit witzigen, intelligenten Dialogen. Die Running Gags des Stücks fügen sich harmonisch in die Handlung ein, ohne aufgesetzt zu wirken.

Noch zu sehen am:
1. u . 2. Februar jeweils um 19:30 Uhr
3. Februar um 17:00 Uhr
8. u. 9. Februar jeweils um 19:30 Uhr

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