Sie schnappt unweigerlich zu ……

10. Februar 2019 | Von | Kategorie: Rezensionen

Rezension von …………………………… Bernhard Paumann

„Die Mausefalle“, jenes unvergleichliche Theaterstück von Agatha Christie, das nun schon im 67. Jahr täglich in London gespielt wird und eine rühmliche Auferstehung im „Theater am Tötenhengst“ in Kremsmünster feiert. Vom heiteren gehobenen Boulevard nun zum genial konstruierten Kriminalstück war es ein neuer Schritt für den „Dilettantenverein von 1812“ und – das muss man hervorheben – nicht nur ein mutiger, sondern auch gelungener Schritt.

Joachim Ackerl, der auch grenzgenial einen an der Kippe stehenden Psychopathen spielt, inszeniert mit kundiger Hand dieses Kammerspiel in typisch englischem Ambiente und so agieren auch die fein ziselierten Charaktere schwungvoll im ersten Teil, etwas gemächlicher im zweiten. Aufgrund eines tosenden Schneesturms ist die kleine Hausgemeinschaft von der Außenwelt abgeschottet und damit ein klassisches Christie-Setting wie in „Mord im Orientexpress“ hergestellt, die Isolierung der Protagonisten, und hier können sich die SchauspielerInnen voll entfalten.

Ausdrucksstark im Spiel die Besitzer der Pension Monkswell Manor, Mollie und Giles Ralston. Anita Wolf spielt auf der Gefühlsklaviatur von schnippisch über hausfraulich bis zum auserwählten verängstigten Mordopfer, Mario Wakolbinger zieht souverän agierend die Möglichkeit, der Täter zu sein, auf sich. Very british als Major Metcalf Peter Schmid im Schottenrock. Judith Fuderer als nervensägender Pensionsgast und Maria Magdalena Leitner-Schnedt als undurchschaubare Kühle geben ein hervorragendes Psychogramm ihrer Charaktere. Bescheiden im Hintergrund, aber stets präsent Rudi Wessely als Mr. Paravicini. Und da wäre noch der polternde Detective Sergeant Trotter (Christian Rensch), der nachdrücklich seines Amtes bei der Mördersuche waltet.

Die gut zweistündige Aufführung hat Witz, zeigt Momente zerfetzender Spannung und besticht durch den britischen Charme, der die Inszenierung durchweht. Ob die Kremsmünsterer es auch auf 67 Jahre bringen? Jedenfalls noch oft im Februar und März zu sehen (und wahrscheinlich auch noch später).

Bitte Termin aussuchen!!!

http://www.theaterverein-kremsmuenster.at/

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