Seniorentheater

Vom Erinnern zum Spielen – die ursprünglichste Form des Theaters
Seniorentheater, Erinnerungstheater, Altentheater, Generationentheater,  viele Namen, die eines gemeinsam haben, es bedarf einer behutsamen Führung.

Generationentheater

Erinnernd, erzählend, spielend bewältigen.
Eine Form, die jungen wie älteren Menschen die Möglichkeit bietet, Themen aus der Perspektive des jeweiligen Alters zu behandeln, zu artikulieren und an die Öffentlichkeit zu bringen, Einsamkeit und Berührungsängste abzubauen, Kreativität, Wachheit und  Selbstbewusstsein zu fördern, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und als idealer Ort der Begegnung.

Erzählcafe

In  Sozial-, Pensionisten-,  SeniorInneneinrichtungen treffen sich Menschen zwischen 10 und 100, erzählen einander, hören einander zu und spielen. Erzählen von glücklichen Augenblicken, traurigen, lustigen und nachdenklichen. Lieder, Fotos, Gegenstände, Zeitungsberichte lösen Erlebnisse, Geschichten aus. Erlebnisse und Geschichten, die aber für junge und ältere Menschen nicht dieselben sind und dadurch neue Sichtweisen, neue Erlebnisse, neue Geschichten eröffnen.
Brücken von Vergangenem zur Gegenwart und Zukunft.
Kindergartenkinder, SchülerInnen, lernen Spiele, Lieder, Kräuter, Lebensformen, Schulerfahrungen usw. von früher, die Älteren die momentanen, kennen. Die vergnüglichste Begegnung zwischen alt und jung ist das gemeinsame Unternehmen. Man kann auch gemeinsam Theater spielen und Feste feiern.
Der Einsatz kreativer Arbeitsmethoden fördert das Selbstvertrauen auf beiden Seiten, denn sie finden sich als Fachleute wieder und übt auch für reizüberflutete Schulkinder eine eigene Faszination aus. 

 Erinnerungscafe

Zeitgeschichte der „kleinen Leute“ aus dem Blickwinkel der Gegenwart.
Seinem Leben einen Sinn geben, sich mit seinem Leben, den Wünschen und  Hoffnungen  seiner Jugend und dem tatsächlichen Verlauf des Lebens auszusöhnen. Ein Wunsch vieler Menschen im Alter.
Erinnern als Chance,  Zusammenhänge der persönlichen Geschichte mit der „Weltgeschichte“ des politischen, gesellschaftlichen, sozialen Umfelds zu erkennen und dadurch das persönliche Verhalten zu relativieren, als Chance zur Bewältigung, Entlastung, der Steigerung der Selbstachtung.
Der Austausch über die Vergangenheit und der fantasievolle Umgang mit den Erinnerungen stellt sich nicht von selbst ein. Jedes Treffen erfordert Vorbereitung, Strukturierung, Anstöße, Moderation und Nacharbeit. Diese Erinnerungstreffen lassen sich etwa in Heimen nicht „nebenbei“ erledigen.
Diese Treffen  können, müssen aber nicht, zu einer öffentlichen Präsentation führen, der kulturelle Weg ist das Ziel. Zitat:  „…denn dies bedeutet, Erfahrungen mit der Vergangenheit so zu bearbeiten, dass an ihnen etwas begriffen werden kann“. Walter Benjamin, Philosoph.
Dieser kulturelle Weg kann in Form eines Erinnerungsabends, Erinnerungsbuches, Erinnerungskoffers, einer Ausstellung,  eines Theaterstückes enden und einen neuen Anfang finden.

Erinnerungstheater

Wir entwickeln unser Theaterstück selbst
Theaterspielen als schöpferische Tätigkeit kann gerade bei den „jungen Alten“, die in ihrem Leben so manche „Rolle“ zu spielen hatten, völlig neue Energien und  Ausdrucks- möglichkeiten  freisetzen. Ihr gewaltiger Erfahrungsschatz kann hier lebendig werden. Theaterspielen im Alter bedeutet, ein aktionsreiches Spiel mit Fantasie, Humor und Ironie zu wagen und ganz nebenbei Wahrnehmung, Konzentrationsfähigkeit und Flexibilität zu trainieren. Eigene Erlebnisse und Erfahrungen werden zu Szenen oder einem Sketch verarbeitet und manchmal mit Geschichten oder Sagen zu einem ganzen Stück verbunden.
Zur Erkundung der Spiel- und Darstellungsmöglichkeiten von älteren Menschen sollten zunächst Sensibilisierungs-, Körperausdrucks-, Stimm- und Atemübungen sowie Improvisationsübungen eingesetzt werden: wahrnehmen – bewerten – reagieren, Impulse aufnehmen und Impulse geben.

Wir entwickeln ein Theaterstück für oder mit professionellen Ensembles
Aus den Geschichten und Erzählungen älterer Menschen ergeben sich wunderbare Theaterstücke oder Sketche, die von oder mit professionellen SchauspielerInnen übernommen und auf Tourneen in Altenheimen, Krankenhäusern, Veranstaltungszentren und/oder Schulen präsentiert werden können.

Playbacktheater

Dabei handelt es sich um einen spontanen Prozess.
Eine Playback- Aufführung besteht aus einer Folge von Geschichten, die von Menschen aus dem Publikum erzählt und von SchauspielerInnen spontan mit dramaturgischen Mitteln umgesetzt werden 
In Workshops ermöglicht der/die LeiterIn/RegisseurIn der Gruppe sowohl zu spielen als auch zu erzählen.
Diese Formen ermöglichen den Erzählenden seine Geschichte als Außenstehender zu betrachten und so eine bewältigende oder verzeihende  Sichtweise zu erlangen.

„Die Arbeit an sich ist jedoch als künstlerische Arbeit zu verstehen, denn nur im künstlerischen Gestaltungsprozess entfalten sich die bildungsrelevanten und sozialen Dimensionen des Theaterspiels“.  Aus  „Scheinfelder Erklärung“ zum Theater von und mit alten Menschen.  

 Die Frage, WANN ich alt werde,  hängt von mir selbst ab.

Referatsleiterin
Söllradl Margit

Team
Starck Waltraud

Stöbich Martin

Wir begleiten Interessierte, die Theater mit und für Menschen, die schon lange auf der Welt sind, einrichten und fördern wollen.