Kabarett

10 Jahre Sektion Kleinkunst

In Zeiten wirtschaftlicher oder politischer Spannungen „blüht“ das Kabarett, sagt man. Jedenfalls stieg 1992 auch im OÖLV die Nachfrage nach Betreuung, Beratung und Weiterbildung in dieser speziellen Unterhaltungsform. Die neu gegründete Sektion wurde „Kleinkunst“ genannt, um auch allen dem Kabarett nahe stehenden Kunstformen Raum zu geben. Sie wurde von Gisi Töpfl übernommen, die damals gerade fünf Jahre mit ihrer Kabarettgruppe „Die Panoptiker“ unterwegs war.

Die ersten Ganztagsseminare fanden im Ursulininhof statt. Als der Wunsch der Teilnehmer nach intensiverer Auseinandersetzung stieg, wurde das Bildungszentrum Stift Schlierbach zum ständigen Seminarort gewählt. Dort stehen der Theatersaal der Spielschar Schlierbach (besten Dank an Rudi Meran), ein geräumiger Arbeitsraum und auch ein passendes kulinarisches und gemütliches Ambiente (Wer denkt nicht gerne an lange Abende in der „Kuchl“...) zur Verfügung.

Inzwischen sind die Schlierbacher Kabarettseminartermine für viele ein Fixpunkt:

Erstes Wochenende nach Dreikönig im Jänner und erstes Wochenende nach Schulbeginn im September.

Erstaunlich ist, dass die bewährte Mischung aus immer wieder aktualisierten Inhalten und Unterhaltung einige Teilnehmer schon zwei, dreimal und öfter nach Schlierbach gelockt hat.

Seit 1997 ist auch Bernhard Mühlbachler, ebenfalls Kabarettist („bernART“) und erfolgreicher Theaterspieler (Theatergruppe Tragwein, Theaterprojekt der Regionen), als weiterer Referent nicht mehr wegzudenken.

Von der angebotenen Spielberatung machen immer wieder Gruppen Gebrauch, um sich Anregungen und neue Ideen für ihre Programme, Auftritte bei Faschingsveranstaltungen, Jubiläumsfeiern etc. zu holen.

Zum Aufgabengebiet der Sektion Kleinkunst zählt auch die Hilfestellung in Detailfragen der Programmerarbeitung für Mitgliedsgruppen. Diese Anfragen betreffen zumeist Regiekonzepte, Szenenwechsel, Bühnenwirksamkeit und Programmabfolge einzelner Kabarettnummern, aber auch aufführungsrechtliche und organisatorische Belange.

Auch Auftritte für „junge Talente“ werden gerne vermittelt, ebenso wie thematisch abgestimmte Aufführungen für spezielle Anlässe seitens der Veranstalter.

Diese Vermittlertätigkeit zwischen Gruppen und Veranstaltern liegt uns sehr am Herzen und wird durch das Kennenlernen von immer neuen Personen bei Kursen und Seminaren laufend neu belebt.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Natürlich Theater“ erhalten Kabarettgruppen und Solokabarettisten fallweise die Gelegenheit, ihr ausgereiftes Programm dem Linzer Publikum im Ursulinenhof zu präsentieren.

Zur Jahrtausendwende gab es für die Sektion gleich mehrere Gründe zu feiern:

Im September 1999 errang Bernhard Mühlbachler den ersten und Joschi Auer den zweiten Platz bei der Verleihung des oberösterreichischen Kleinkunstpreises „Goldene Buche“. Im Jahr 2000 holte sich Josef Martl diese begehrte Auszeichnung, ebenfalls ein Nachwuchskabarettist, der sich bei einem Schlierbach-Semimar letzte Tipps geholt hatte.

Wir wünschen uns für die kommenden Jahre, dass wir weiterhin viele theater-begeisterte Menschen mit dem Virus Kabarett anstecken dürfen.