{"id":13930,"date":"2019-11-23T15:58:46","date_gmt":"2019-11-23T14:58:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/?p=13930"},"modified":"2019-11-23T15:59:29","modified_gmt":"2019-11-23T14:59:29","slug":"laut-dreckig-vulgaer-ekelerregend-kurzum-einfach-grossartig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/?p=13930","title":{"rendered":"Laut, dreckig, vulg\u00e4r, ekelerregend &#8211; kurzum, einfach gro\u00dfartig!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Grein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-13929\" src=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Grein-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Grein-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Grein-200x133.jpg 200w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Grein-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Grein-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Grein.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Rezension von &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230; Bernhard Jahn<\/p>\n<p>Was die Kolleginnen und Kollegen der <strong><span style=\"color: #ff0000;\">Greiner Dilettantengesellschaft<\/span><\/strong> mit ihrer aktuellen Produktion <span style=\"color: #ff0000;\">DIE PR\u00c4SIDENTINNEN<\/span> hier auf die ehrw\u00fcrdige B\u00fchne des Stadttheaters Grein stellen, l\u00e4sst sich nur schwer in Worte fassen.<\/p>\n<p>Es ist das provokante Erstlingswerk des durchaus umstrittenen Autors Werner Schwab und eines l\u00e4sst sich bereits vorab konstatieren: Dieses St\u00fcck l\u00e4sst niemanden im Zuschauersaal kalt.<br \/>\nErna, Grete und Mariedl sitzen vor dem Fernseher, in dem der Papst gerade seinen Segen erteilt, und sinnieren \u00fcber ihr kaputtes Leben. Ihre Gedanken kreisen um die allt\u00e4glichen Dinge: die gest\u00f6rte Beziehung zu den eigenen Kindern, zu den (Ex)M\u00e4nnern, oder zum Portal, durch das alles Menschliche einmal gehen muss \u2013 dem Abort.<\/p>\n<p>Es ist eine Freude und wirklich witzig mitanzusehen, wie diese drei Damen ihr Inneres nach Au\u00dfen kehren und so versuchen, den angesammelten Lebensschmutz loszuwerden.<br \/>\nDa werden menschliche Exkremente in all Ihren Erscheinungsformen plastisch beschrieben, Hunde getreten und der mangelnde Paarungswille des Sohnes thematisiert. Von den Phantasien der eigenen Sexualit\u00e4t ganz zu schweigen.<br \/>\nHinter diesen Oberfl\u00e4chlichkeiten lauern allerdings eine Reihe von Themen, mit denen der Zuschauer in diesem St\u00fcck ganz nebenbei konfrontiert wird: Nationalsozialismus, famili\u00e4rer Missbrauch, der tiefe Wunsch nach Liebe und Anerkennung.<br \/>\nEin St\u00fcck also, das den Betrachter in die Seelenwelt dreier v\u00f6llig unterschiedlicher Frauen entf\u00fchrt. So gro\u00dfartig dieser Text in seiner teils verst\u00f6renden Sprache wirkt, so sehr wird er in Grein von einem phantastischen Ensemble getragen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Monique Bergmann<\/span> \u00fcberzeugt als gebrochene Erna, die sich Ihre Lebensfreude einfach als \u00fcberdimensionale Pelzhaube \u00fcber den Kopf st\u00fclpt. Grandios wie immer <span style=\"color: #0000ff;\">Melanie Janz<\/span>, die mit vollem k\u00f6rperlichen und stimmlichen Einsatz ihre kranke Rolle Grete meistert. Und schlie\u00dflich <span style=\"color: #0000ff;\">Andrea Lehner<\/span>, die sich detailverliebt und schlicht bezaubernd nicht entscheiden kann, wen sie mehr lieben soll: den Herrn Pfarrer oder den menschlichen Stuhl.<br \/>\nEin gro\u00dfes Lob auch <span style=\"color: #0000ff;\">Martin Zels<\/span> f\u00fcr die kompromisslose Regie und <span style=\"color: #0000ff;\">David Hochgatterer<\/span> f\u00fcr das \u00fcberraschend wandelbare B\u00fchnenbild.<\/p>\n<p>Die rund 90 Minuten Nettospielzeit vergehen wie im Fluge und beim Verlassen der historischen Greiner Theaterst\u00e4tte wei\u00df man genau: Diese Inszenierung wird noch eine ganze Weile nachwirken. Chapeau!<\/p>\n<p>Noch zu sehen am:<\/p>\n<p>24.11. um 17 Uhr<br \/>\n29 u. 30.11. um 19.30 Uhr<\/p>\n<p>1.12. um 17 Uhr<br \/>\n6.12. um 19.30 Uhr<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/dilettanten.jimdo.com\">https:\/\/dilettanten.jimdo.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rezension von &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230; Bernhard Jahn Was die Kolleginnen und Kollegen der Greiner Dilettantengesellschaft mit ihrer aktuellen Produktion DIE PR\u00c4SIDENTINNEN hier auf die ehrw\u00fcrdige B\u00fchne des Stadttheaters Grein stellen, l\u00e4sst sich nur schwer in Worte fassen. 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