{"id":16864,"date":"2023-01-08T22:06:23","date_gmt":"2023-01-08T21:06:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/?p=16864"},"modified":"2023-01-09T12:53:17","modified_gmt":"2023-01-09T11:53:17","slug":"das-idyll-geraet-ins-wanken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/?p=16864","title":{"rendered":"Das Idyll ger\u00e4t ins Wanken"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Nora.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-16863\" src=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Nora-300x219.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"219\" srcset=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Nora-300x219.jpg 300w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Nora-200x146.jpg 200w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Nora-768x561.jpg 768w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Nora.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Rezension von &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.. Hermine Touschek<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #ff0000;\">Spielraum Gaspoltshofen<\/span><\/strong> wagt sich nach mehrj\u00e4hriger Pause an einen Literaturklassiker von Henrik Ibsen: <strong><span style=\"color: #ff0000;\">Nora (Ein Puppenheim)<\/span><\/strong>. F\u00fcr die Regie und Gesamtleitung verantwortlich zeichnet <strong><span style=\"color: #0000ff;\">Ottilie Klinger<\/span><\/strong>.<\/p>\n<p>Nora (<span style=\"color: #0000ff;\">Astrid Mittermayr<\/span>) ist seit Jahren mit Torvald Helmer (<span style=\"color: #0000ff;\">Christian Selinger<\/span>) verheiratet, der gerade zum Leiter der Bankfiliale ernannt wurde. Die Welt scheint perfekt \u2013 zwei Kinder, keine finanziellen Sorgen \u2013 die Rollen sind klassisch verteilt. Torvald h\u00e4lt seine Frau f\u00fcr ein unselbst\u00e4ndiges, leichtsinniges Wesen und Nora verh\u00e4lt sich auch so, wie es ihm gef\u00e4llt. Im Zuge der Weihnachtsvorbereitungen beginnt die heile Welt zu br\u00f6ckeln. Nora gesteht ihrer Freundin Kristine (<span style=\"color: #0000ff;\">Kathrin Russel<\/span>), dass sie vor Jahren eine Unterschrift gef\u00e4lscht hat, um ihrem Mann eine lebensrettende Behandlung zu erm\u00f6glichen. Das Geld stammte von Nils Krogstad (<span style=\"color: #0000ff;\">Thomas Mayrhuber<\/span>). Dieser erpresst Nora, damit sie ihren Mann beeinflusst, der ihn entlassen will. Torvald Helmer l\u00e4sst sich darauf nicht ein. Krogstad droht, diese Lebensl\u00fcge platzen zu lassen. Die Wahrheit wird zum unl\u00f6sbaren Dilemma\u2026<\/p>\n<p>Das St\u00fcck hatte seine<span style=\"color: #000000;\">\u00a0Urauff\u00fchrung 1879 in Kopenhagen.<\/span> Die deutsche Erstauff\u00fchrung fand 1880 in\u00a0<span style=\"color: #000000;\">Hamburg\u00a0<\/span>statt. F\u00fcr diese Auff\u00fchrungen musste mit R\u00fccksicht auf die zeitgen\u00f6ssische Sicht der Institution\u00a0Ehe\u00a0der Schluss ver\u00e4ndert werden. Vorgesehen war, dass\u00a0Nora\u00a0schlie\u00dflich\u00a0Helmer\u00a0und die Kinder verl\u00e4sst. In diesen Auff\u00fchrungen jedoch blieb\u00a0Nora\u00a0der Kinder wegen.<br \/>\nZur damaligen Zeit wurde Nora als \u201e\u201aFrauen-Emanzipations\u201c-St\u00fcck verstanden. In erster Linie ist es aber ein St\u00fcck, das Kritik an einer Gesellschaft \u00fcbt, die keine Mittel hat gegen die Hilflosigkeit menschlichen Umgangs miteinander. Eine gnadenlose Sicht auf gesellschaftliche Zw\u00e4nge, erfolgreiche Vertuschungen und scheinbar hohe moralische Werte\u00a0 &#8211; und deswegen auch immer aktuell.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\">Astrid Mittermayr<\/span> entwickelt ihre Rolle der Nora gekonnt vom verspielten, unbek\u00fcmmerten P\u00fcppchen zur selbstbestimmten, nachdenklichen Frau, die zunehmend nach Unabh\u00e4ngigkeit strebt. Sie setzt ihre weiblichen Verf\u00fchrungsk\u00fcnste anfangs sehr bewusst und gekonnt ein und erkennt bald, dass ihr Gerechtigkeitsempfinden und die Urteile der anderen auseinanderklaffen. Sie hofft bis zum Schluss, ihr Mann w\u00fcrde sich hinter sie stellen. Diesem geht es aber nur um sein eigenes Ansehen, darum, was die Leute denken w\u00fcrden. Deswegen sieht sie keinen anderen Ausweg mehr und verl\u00e4sst Mann und Kinder.<br \/>\n<span style=\"color: #0000ff;\">Chrstian Selinger<\/span> gibt seinem Torvald eine h\u00f6chst unsympathische Selbstgerechtigkeit. Er h\u00e4lt seine Frau nicht nur durch seine Kosenamen klein. Das \u201eEichh\u00f6rnchen\u201c und \u201eSingv\u00f6gelchen\u201c betrachtet er als seinen Besitz. Er steuert und beherrscht sie mit harter Hand.<br \/>\n<span style=\"color: #0000ff;\">Kathrin Russell<\/span> als Freundin Kristine erkennt schnell, in welchem K\u00e4fig Nora gefangen ist. Sie muss den Spagat finden, ihr zu helfen und ihr eigenes \u00dcberleben zu sichern.<br \/>\nKrogstad \u2013 <span style=\"color: #0000ff;\">Thomas Mayrhuber<\/span> \u2013 der den Schuldschein f\u00fcr die Erpressung in H\u00e4nden h\u00e4lt, ist auch nur ein H\u00e4ufchen Elend. Er findet letztlich einen Weg zu seinem Gl\u00fcck und m\u00f6chte den Beweis f\u00fcr die F\u00e4lschung verschwinden lassen \u2013 aber das Verh\u00e4ngnis l\u00e4sst sich nicht mehr aufhalten.<br \/>\n<span style=\"color: #0000ff;\">Fred Malzer<\/span> als Dr. Rank ist Nora schon lange in Liebe zugetan &#8211;\u00a0 ein sehns\u00fcchtiger und auf sein Leiden fixierter Mann. Er kann Nora nur ein Gespr\u00e4chspartner sein.<\/p>\n<p>Die Inszenierung von <strong><span style=\"color: #0000ff;\">Ottilie Klinger<\/span> <\/strong>wird immer dichter und eindringlicher und das Publikum ist in diesem Krimi gefangen. Der Spannungsbogen wechselt mit Nora von Unbefangenheit und Angst zu aufkeimender Zuversicht und letztlicher Ausweglosigkeit &#8211; von fr\u00fcherer Hingabe und Aufopferung zu bahnbrechender Selbstachtung.<\/p>\n<p>Amateurtheater auf h\u00f6chstem Niveau! Gaspoltshofen ist immer einen Besuch wert.<\/p>\n<p>Noch zu sehen am:<br \/>\n13.1.; 14.1.; jeweils um 18.30<br \/>\n15.1. um 15 Uhr<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.spielraum.at\/overview\">https:\/\/www.spielraum.at\/overview<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rezension von &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.. Hermine Touschek Spielraum Gaspoltshofen wagt sich nach mehrj\u00e4hriger Pause an einen Literaturklassiker von Henrik Ibsen: Nora (Ein Puppenheim). F\u00fcr die Regie und Gesamtleitung verantwortlich zeichnet Ottilie Klinger. Nora (Astrid Mittermayr) ist seit Jahren mit Torvald Helmer (Christian Selinger) verheiratet, der gerade zum Leiter der Bankfiliale ernannt wurde. 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