{"id":17051,"date":"2023-01-28T11:44:06","date_gmt":"2023-01-28T10:44:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/?p=17051"},"modified":"2023-01-28T11:45:06","modified_gmt":"2023-01-28T10:45:06","slug":"bruederdoppel-in-bad-hall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/?p=17051","title":{"rendered":"Br\u00fcderdoppel in Bad Hall"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/BadHall.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-17050\" src=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/BadHall-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/BadHall-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/BadHall-200x133.jpg 200w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/BadHall.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Rezension von &#8230;&#8230; Christian Hanna; Foto: Holnsteiner<\/p>\n<p>Nein, dabei handelt es sich nicht um einen sportlichen Bewerb, sondern um eine fantastische Doppelrolle. Die <strong><span style=\"color: #ff0000;\"><em>Tassilob\u00fchne<\/em><\/span><\/strong> bringt in ihrem 45. Jahr im stimmungsvollen <span style=\"color: #0000ff;\"><em>Stadttheater Bad Hall<\/em><\/span> den dreiaktigen Schwank <strong><span style=\"color: #ff0000;\">Der doppelte<\/span> <span style=\"color: #ff0000;\">Moritz<\/span><\/strong> von<strong> <span style=\"color: #0000ff;\">Toni Impekoven<\/span><\/strong> und<span style=\"color: #0000ff;\"> Carl Mathern<\/span> aus dem Jahre 1926 zur Auff\u00fchrung.<\/p>\n<p>Der Gro\u00dfindustrielle Moritz Krause ist in N\u00f6ten. Eigentlich wollte er die Abwesenheit von Frau Irene und Tochter Margot, die zum k\u00fcnftigen Schwiegersohn reisen wollen, f\u00fcr einen Abstecher nach Baden-Baden mit seiner Geliebten Lilly n\u00fctzen. Da kommt ihm ein finanzieller Engpass seiner Firma in die Quere. Er muss dringend nach London zu Verhandlungen, was aber die Konkurrenz nicht mitkriegen soll. Au\u00dferdem haben Frau und Tochter die Reise abgebrochen (Margot will den Felix nicht, sondern den Hans) \u2013 also wohin mit Lilly? Da muss es also der gewiefte Dr. Hans Hellwig, Krauses Sekret\u00e4r (und nat\u00fcrlich der Hans, den Margot will), richten (assistiert von Hausarzt, K\u00f6chin und Diener). Lilly wird als seine Cousine ausgegeben, Felix st\u00f6rt auch noch und gl\u00fccklicherweise schneit Max Krause, Moritz&#8216; ungeliebter, versto\u00dfener Zwillingsbruder, in der Absicht, Moritz anzupumpen, ins Haus. Somit steht ein optisch perfekter Doppelg\u00e4nger zur Verf\u00fcgung, der aber (Wer h\u00e4tte es erwartet?) f\u00fcr zus\u00e4tzliche Verwicklungen sorgt; nicht zuletzt, weil seine eifers\u00fcchtige Frau ihm gefolgt ist. Was letztendlich dazu f\u00fchrt, dass Max Krause als Moritz Krause unter dem Verdacht, seinen Bruder Max Krause aus dem Wege ger\u00e4umt zu haben, von Kommissarin Knopf verhaftet wird. (Also, wie Sie sehen, geneigte:r Leser:in, ein bisserl aufpassen muss man schon bei diesem fulminanten Tohuwadingsbums!) Aber es w\u00e4re ja kein Schwank, h\u00e4tte die Geschichte nicht ein Happy End \u2013 der Reiz liegt in den Umwegen!<\/p>\n<p>Regisseur <strong><span style=\"color: #0000ff;\">Felix Hafergut<\/span><\/strong>, mittlerweile echter Spezialist f\u00fcr deutsche Kom\u00f6dien der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts, hat wieder einmal ganze Arbeit geleistet. Mit gro\u00dfer Sicherheit f\u00fchrte er sein Ensemble durch die Untiefen des nicht ungef\u00e4hrlichen Texts, lotste es durch die Rasanz des routinierten T\u00fcr auf, T\u00fcr zu \u2013 Gedr\u00e4nges, fand immer wieder geeignete Stellen f\u00fcr notwendige Tempowechsel in der reizenden Ausstattung im 50er Jahre \u2013 Stil von Manuela und Ralph Dickinger.<\/p>\n<p>(Die zum Gl\u00fcck kaum ben\u00f6tigte) Souffleuse <span style=\"color: #0000ff;\">Ingeborg Hafergut<\/span> musste als in ihren Gef\u00fchlen immer wieder entt\u00e4uschte Irene Krause einspringen, <span style=\"color: #0000ff;\">Fabienne Oberhammer<\/span> gab die entz\u00fcckende, leicht eifersuchtsgeplagte Margot. <span style=\"color: #0000ff;\">Christine Mitterweissacher<\/span> als Lilly Leiser kamen Laszivit\u00e4t und erotische Ausstrahlung mit Steigerung des Chaos und Irrsinns zunehmend abhanden, <span style=\"color: #0000ff;\">Johannes Behr-Kutsam<\/span> war als Felix Eisenberg echt durchgeknallt, aber sonst richtig nett. <span style=\"color: #0000ff;\">Gerald Petschl<\/span> als Sanit\u00e4tsrat zeigte glaubhaft seinen Kontrollverlust als einer, der nicht mehr wusste, f\u00fcr wen er sich gerade ausgeben sollte, als wer er gerade ausgegeben wurde. <span style=\"color: #0000ff;\">Michaela Mekina<\/span> gab die moralisch entr\u00fcstete K\u00f6chin, <span style=\"color: #0000ff;\">Andreas Wollmarker-Stiedl<\/span> war der (fast zu) treue Diener seines Herrn, Publikumsliebling <span style=\"color: #0000ff;\">Ingrid Latschenberger-Ehrig<\/span> hatte einen Kurzauftritt als hantige Kriminalkommissarin, <span style=\"color: #0000ff;\">Ingrid Mager<\/span> verk\u00f6rperte voll Optimismus die leidgepr\u00fcfte Frau von Max Krause. Ganz wunderbar gestaltete <span style=\"color: #0000ff;\">Bernhard Ruf<\/span> seine Rolle als Sekret\u00e4r Hellwig \u2013 immer wieder fast verzweifelnd ob des ganz normalen Wahnsinns, der ihn umgibt, und doch jederzeit bereit, mit einer kleinen Finte noch einmal am Rad genau dieses Wahnsinns zu drehen. <span style=\"color: #0000ff;\">Hans<\/span> <span style=\"color: #0000ff;\">Scheidleder<\/span> schlie\u00dflich trug die Last der doppelten Titelrolle mit Bravour und, so hatte man im Publikum den Eindruck, auch mit Genuss; denn wie sollte man, wenn man so lange nichts miteinander zu tun hatte, viel vom Leben, den Gewohnheiten dieses anderen wissen? Echte Darstellerqualen, die dem Publikum viel Freude bereiteten!<\/p>\n<p>Noch zu sehen am:<br \/>\n28.1., 3.2., 4.2. jeweils um 19.30 Uhr<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><a href=\"https:\/\/www.stadttheater-badhall.com\/tassilo-b\u00fchne-2023\/\">https:\/\/www.stadttheater-badhall.com\/tassilo-b\u00fchne-2023\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rezension von &#8230;&#8230; Christian Hanna; Foto: Holnsteiner Nein, dabei handelt es sich nicht um einen sportlichen Bewerb, sondern um eine fantastische Doppelrolle. Die Tassilob\u00fchne bringt in ihrem 45. Jahr im stimmungsvollen Stadttheater Bad Hall den dreiaktigen Schwank Der doppelte Moritz von Toni Impekoven und Carl Mathern aus dem Jahre 1926 zur Auff\u00fchrung. 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