{"id":17744,"date":"2023-07-11T14:41:07","date_gmt":"2023-07-11T13:41:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/?p=17744"},"modified":"2023-07-11T14:42:35","modified_gmt":"2023-07-11T13:42:35","slug":"spannende-zeitreise-ins-19-jahrhundert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/?p=17744","title":{"rendered":"Spannende Zeitreise ins 19. Jahrhundert"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Meineid.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-17743\" src=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Meineid-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Meineid-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Meineid-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Meineid.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Rezension von &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230; Bernhard Paumann<\/p>\n<p>Ludwig Anzengrubers<strong><span style=\"color: #ff0000;\"> \u201eDer<\/span> <span style=\"color: #ff0000;\">Meineidbauer\u201c<\/span> <\/strong>(Urauff\u00fchrung 1871im Theater an der Wien) heutzutage aufzuf\u00fchren ist Wagnis und Gewinn. Wagnis, weil diese Form des Volkstheaters mit seiner Gesellschaftskritik h\u00e4ufig als veraltet und verstaubt angesehen wird. <span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Anton Aichberger <\/strong><\/span>hat mit der <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Theatergruppe Altenberg<\/strong><\/span> eine gelungene Zeitreise ins 19. Jahrhundert auf die B\u00fchne des Katzjaga Stadls (B\u00fchne: <span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Walter Koberwein <\/strong><\/span>und Team) gezaubert, diesen B\u00fchnenklassiker entstaubt und auf heutige Verh\u00e4ltnisse angepasst \u2013 was dem St\u00fcck durchaus wohlgetan hat. Das ist der Gewinn im Umgang mit schwergewichtigen B\u00fchnenklassikern. Vor gar nicht so langer Zeit sind die aufgezeigten Probleme (Standesunterschiede, b\u00e4uerlicher D\u00fcnkel gegen Knechte und M\u00e4gde, Ausgeliefertsein an Willk\u00fcr und Machtmissbrauch) noch gang und g\u00e4be gewesen, nachzulesen bei Felix Mitterer und Franz Innerhofer.<\/p>\n<p>Mathias Ferner (<strong><span style=\"color: #0000ff;\">Peter Geisler<\/span> <\/strong>spielt ihn mit der ganzen B\u00f6sartigkeit eines Wissenden, wenngleich in wenigen Phasen ein leiserer Ton stimmiger gewesen w\u00e4re) hat sich nach dem Tod seines Bruders durch Testament Unterschlagung und Meineid in den Besitz des Kreuzweghofes gebracht, der der jungen Vroni Burger (<span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Julia Bachl<\/strong><\/span> formt diese Rolle mit aller Verletzlichkeit, mit Stolz und Unnachgiebigkeit) und ihrem Bruder Jakob (<span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Christopher Lackinger <\/strong><\/span>\u00fcberzeugend als heimgekehrter verlorener Sohn) zusteht. Als Magd auf dem Adamshof muss sie sich der Ann\u00e4herungen des Bauernsohnes Toni (<span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Andreas H\u00f6rtenhuber <\/strong><\/span>changierend zwischen Geilheit und Zur\u00fcckweisung), der allerdings mit Creszenz, der Tochter des Meineidbauern, verlobt ist (<span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Johanna Seyr <\/strong><\/span>in der Rolle des fremdbestimmten Weibes).<\/p>\n<p>Einen kom\u00f6diantischen Ton in das d\u00fcstere Geschehen bringt <span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Veronika Geisler<\/strong><\/span> als die Wirtin der Schenke \u201eZur Grenze\u201c und Vronis Gro\u00dfmutter. Mit Wortwitz und lockerem Spiel setzt sie einen Kontrapunkt zum blutigen Geschehen am Ende, wo Franz Ferner (<strong><span style=\"color: #0000ff;\">Mario Theusl<\/span> <\/strong>als Sympathietr\u00e4ger im L\u00fcgengespinst) von seinem eigenen Vater angeschossen wird, dieser aber in einem akustisch gewaltigen Gewittersturm in einer Schlucht zerschmettert wird.<\/p>\n<p>Ein buntes Bild bietet diese Auff\u00fchrung mit den zahlreichen Akteuren als Landvolk, Schw\u00e4rzer (Schmuggler) und M\u00e4gde, untermalt mit volkst\u00fcmlicher Musik (<strong><span style=\"color: #0000ff;\">Norbert<\/span> <span style=\"color: #0000ff;\">Rosenbichler <\/span><\/strong>mit Mitgliedern des Musikvereins Altenberg. Die untermalende Szenenmusik geriet f\u00fcr mich ein bisschen zu pastos und getragen.<\/p>\n<p>Mit einem solchen Konzept ist es m\u00f6glich und sogar verdienstvoll, einen \u201everstaubten\u201c Klassiker ins Heute zu transferieren und der anhaltende Applaus zeugt von der Anerkennung durch das Publikum.<\/p>\n<p>Noch zu sehen:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.kultur.altenberg.at\/theater\/index.htm\">http:\/\/www.kultur.altenberg.at\/theater\/index.htm<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rezension von &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230; Bernhard Paumann Ludwig Anzengrubers \u201eDer Meineidbauer\u201c (Urauff\u00fchrung 1871im Theater an der Wien) heutzutage aufzuf\u00fchren ist Wagnis und Gewinn. Wagnis, weil diese Form des Volkstheaters mit seiner Gesellschaftskritik h\u00e4ufig als veraltet und verstaubt angesehen wird. Anton Aichberger hat mit der Theatergruppe Altenberg eine gelungene Zeitreise ins 19. 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