{"id":18836,"date":"2024-03-18T21:47:46","date_gmt":"2024-03-18T20:47:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/?p=18836"},"modified":"2024-03-18T21:52:01","modified_gmt":"2024-03-18T20:52:01","slug":"vampire-im-hotel-theaterklub-wartberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/?p=18836","title":{"rendered":"Vampire im Hotel \u2013 Theaterklub Wartberg"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-18835\" src=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Theaterklub-300x235.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"235\" srcset=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Theaterklub-300x235.jpg 300w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Theaterklub-191x150.jpg 191w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Theaterklub-768x602.jpg 768w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Theaterklub.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Rezension von Christian Hanna, Foto: Theaterklub Wartberg &#8230;&#8230;.<\/p>\n<p>An der Wand hinter der Rezeption eine Kopie des ber\u00fchmten Portr\u00e4ts von Vlad Dracul, dessen stechende Augen genau verfolgen, was sich in der Lobby des englischen <em>Hotel Alexandrescu<\/em> so tut, eine gro\u00dfe Spinne, die die Wand hinaufklettert, eine Fledermaus, die ruhig durch den Raum flattert, Spinnweben \u00fcberall, in der Mitte der hinteren Wand eine \u00fcberaus stabile Kellert\u00fcr, hinter der sich vieles verbergen l\u00e4sst, rechts eine Liftt\u00fcr, die nur selten jemanden einklemmt \u2013 das ist die Szenerie, die sich dem Publikum nach dem einleitenden Video einer Stra\u00dfenbefragung zum landl\u00e4ufigen Wissen \u00fcber Vampire im Pfarrsaal Wartberg bei der Urauff\u00fchrungsinszenierung der zweiaktigen Vampirkom\u00f6die \u201e<strong>Du liebes Bisschen\u201c<\/strong> von <strong>Isabel Wagner<\/strong> bietet.<\/p>\n<p>Man mag kaum glauben, dass es sich um das erste St\u00fcck der jungen Autorin und Darstellerin, die sich selbst nat\u00fcrlich auch mit einer Glanzrolle versorgt hat, handelt, so solide gebaut ist es, was den Aufbau, die Handlungs- und Rollenf\u00fchrung betrifft. Au\u00dferdem zeichnet es sich durch wirklich schlagfertige und witzige Dialoge aus, die selbst einige schon \u00f6fter geh\u00f6rte Kalauer originell neu verpacken.<\/p>\n<p>Das Hotel irgendwo in <em>good old England<\/em> hat wohl schon bessere Zeiten gesehen, aber es ist noch immer ein familiengef\u00fchrtes Hotel. Familienoberhaupt ist Balthasar Alexandrescu, 552 Jahre alt \u2013 f\u00fcr einen Vampir ja kein Alter, aber er hat doch schon ab und zu schw\u00e4chere Momente, in denen die Ereignisse schneller passieren als er denken kann. Chefin des Ladens ist seine Frau Cecily, tough und entscheidungsfreudig. Ihre Schwester Catherine dagegen wirkt vertr\u00e4umt, sieht, was sie sehen m\u00f6chte. Und dann ist da noch Cecilys umwerfend h\u00fcbsche Tochter Emilia, immer auf der Suche nach etwas Feschem, S\u00fc\u00dfem, das sie aussaugen kann.<\/p>\n<p>Genau das ist gerade wieder einmal passiert \u2013 sie konnte dem Gast von Nummer 13 nicht widerstehen. Doch wohin nun mit der Leiche? Keine leichte Aufgabe f\u00fcr Alan, den f\u00fcr eh alles zust\u00e4ndigen Hausdiener, schneien doch gerade jetzt die Mutter Agatha und Schwester Theodora des Vernaschten sowie der Vampirj\u00e4ger Rupert und sein Assistent und Neffe Nathaniel ins Haus, die neben einem schon ausreichend l\u00e4stigen Hotelgast alles verkomplizieren. Und kurz darauf steht noch die von Agatha verst\u00e4ndigte Polizei in Gestalt der desinteressierten Beamtin Patricia und des ebenso \u00fcbermotivierten wie inkompetenten Constable Gerald im Weg herum. Also rein, raus, rauf, runter mit der Leiche, bis \u2013 ja, bis der vermisste Gast von Nummer 13 seine Mutter anruft. Wessen Blut hat sich Naschkatze Emilia also wirklich zu Gem\u00fcte gef\u00fchrt?<\/p>\n<p><strong>Anton Wolfram<\/strong> und <strong>Christa Haunschmid<\/strong> sorgten f\u00fcr eine wohldosierte Inszenierung, treiben Spa\u00df und Spannung ordentlich an, aber nie so weit, dass es nervig wird. <strong>Herbert<\/strong> und <strong>Christian Brunner<\/strong> sorgten f\u00fcr eine stilgerechte, detailreiche Hotellobby, <strong>Eva Schatzl<\/strong> bem\u00fchte sich mit ihrer Tonspur um genregem\u00e4\u00dfe schwebend Melodien von singender S\u00e4ge und Theremin.<\/p>\n<p><strong>Christian Kraxberger<\/strong> gibt leicht steif, f\u00f6rmlich und wohlartikuliert (schlie\u00dflich kommt er ja aus einer anderen Zeit) Vampir Balthasar, <strong>Andrea Rauscher<\/strong> direkt und versiert seine Frau und Chefin Cecily, die das Hotel ja gegen das Desinteresse ihrer Familie am Laufen halten muss, <strong>Angela Maurer<\/strong> ihre etwas weltfremde Schwester Catherine, die es mit der Arbeit nicht so hat. Ebenfalls leicht arbeitsscheu, aber erotisch sehr interessiert und anziehend pr\u00e4sentiert sich <strong>Isabel Wagner<\/strong> als Emilia. <strong>Michael Wolfram<\/strong> verk\u00f6rpert Diener Alan als unbedingt loyal und keine Aufgabe scheuend in der Hoffnung, von Balthasar endlich auch zum Vampir gemacht zu werden. <strong>Thomas Hinterwirth<\/strong> gibt Rupert als ziemlich verhuscht und st\u00e4ndig Verdacht witternd in starker Anlehnung an den Herrn aus Hollywood mit dem Schimpfwort als Name, <strong>Josef Hillinger<\/strong> als Neffe Nathaniel bewundert als Langsamdenker seinen Onkel, bis er dauernd vor Emilia auf der Hut sein muss, die ihn so gern verkosten w\u00fcrde. <strong>Anita Mair<\/strong> als gleichg\u00fcltige Detektivin sieht nur ihre Freizeit in Gefahr, w\u00e4hrend <strong>Herbert Brunner<\/strong> ihren Assistenten als \u00fcbermotiviert wie dereinst Schrammel im Kottan darstellt. <strong>Helene Kremshuber<\/strong> ist eine allen auf die Nerven gehende Mutter Agatha, die von ihrem erwachsenen Sohn wie von einem Volkssch\u00fcler redet, w\u00e4hrend <strong>Lea Maurer<\/strong> ihr demonstratives Desinteresse an Fall, Mutter und Bruder Kaugummi kauend kundtut. <strong>Katharina Hintersteininger<\/strong> st\u00f6ckelt als sich von den eigenartigen M\u00e4nnern verfolgt f\u00fchlende Touristin immer wieder durch die Szene, nur um das Durcheinander zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n<p>Alles in allem also eine sehr erfreuliche Bilanz dieser Produktion \u2013 und somit w\u00e4rmstens zum Nachspielen empfohlen, wenn es etwas unbeschwert Unterhaltendes und doch \u201eBlutr\u00fcnstiges\u201c sein soll.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rezension von Christian Hanna, Foto: Theaterklub Wartberg &#8230;&#8230;. 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