{"id":19182,"date":"2024-08-25T14:19:45","date_gmt":"2024-08-25T13:19:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/?p=19182"},"modified":"2024-08-25T14:19:45","modified_gmt":"2024-08-25T13:19:45","slug":"ein-beeindruckendes-trio-bauer-tod-und-teufel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/?p=19182","title":{"rendered":"Ein beeindruckendes Trio: Bauer, Tod und Teufel"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bauer.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-19181\" src=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bauer-300x177.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"177\" srcset=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bauer-300x177.jpg 300w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bauer-200x118.jpg 200w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bauer-768x452.jpg 768w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Bauer.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Rezension: Christian Hanna, Foto: Martin Hackl &#8230;&#8230;&#8230;<\/p>\n<p>Dem Mysterienspiel <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Bauer, Tod und Teufel<\/strong> <\/span>des ober\u00f6sterreichischen Dichters <span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Hans Reinthaler<\/strong><\/span> aus dem Jahr 1946 galt die heurige Produktion der <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>NordwaldKammerspiele<\/strong><\/span> auf Schloss Neuhaus an der Donau. Das St\u00fcck, das zur Entstehungszeit wegen der altert\u00fcmelnden Sprache auch als <em>Bauernjedermann<\/em> bezeichnet wurde, passte phantastisch in die stimmungsvolle Kulisse des Schlosses von Mittelalter bis Barock: ein Text wie eine Flugschrift aus der Zeit der Bauerkriege, der Druckstock geschnitzt wie aus einem Block. Um die Wirkung noch weiter zu intensivieren, komponierte <span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Claudia Federspieler<\/strong><\/span> f\u00fcr diese Inszenierung eine pr\u00e4chtige, unkonventionell instrumentierte B\u00fchnenmusik, die das Bild strahlend kolorierte und vom Partnerverein NordwaldKammerorchester als live auftretendem Teil des Abends pr\u00e4sentiert und von <span style=\"color: #0000ff;\">Thomas Eckerstorfer<\/span> umsichtig geleitet wurde \u2013 also eine halbe Urauff\u00fchrung.<\/p>\n<p>Der Altbauer \u00fcbergibt im Rahmen des allj\u00e4hrlichen Erntefests den Hof an seinen Sohn, wobei die alte Ordnung, zu der er den Junior verpflichtet, gefeiert wird. Die hochgehaltene Tradition gef\u00e4llt dem Jungbauern aber nur solange, bis eine wandernde Gauklertruppe dieses Weltbild ganz geh\u00f6rig ins Wanken bringt und schwere Konflikte evoziert. Nach deren Bew\u00e4ltigung gehen die Hofleute aber gest\u00e4rkt aus diesem Prozess hervor: Der vom Teufel herausgelockte Sack Erde kehrt wieder an seinen angestammten Platz zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Somit standen sich in der dem Text, dem Genre sehr gem\u00e4\u00dfen Inszenierung von <span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Norbert Huber, Agata Moll, Konstantin Huber <\/strong><span style=\"color: #000000;\">und<\/span><\/span><strong><span style=\"color: #0000ff;\"> Thomas Eckerstorfer<\/span> <\/strong>zwei Gruppen gegen\u00fcber. Traditionsbewusst, lustfeindlich die Hofbewohner, hedonistisch, voll Witz und Ironie die Fahrenden. Irgendwie heimatlos dazwischen stehen der Totengr\u00e4ber, der doch am meisten dem Boden verhaftet ist, verst\u00e4ndnisvoll wie geduldig gezeigt von <span style=\"color: #0000ff;\">Josef W\u00f6hrer<\/span>, und die nur geduldete \u00c4hrenleserin, schicksalsergeben dargestellt von <span style=\"color: #0000ff;\">Ingrid Schein<\/span>. <span style=\"color: #0000ff;\">Karl Lindorfer<\/span> gab den Altbauern in erdenschwerer W\u00fcrde und unf\u00e4hig, von seiner Meinung nur ein Jota abzur\u00fccken; <span style=\"color: #0000ff;\">Fabian Raml<\/span> zeigte den Bauernsohn rebellisch in der wohl einzigen Phase, in der er gegen das vorbestimmte Leben aufbegehrt. Die weitaus vielschichtigeren Rollen sind nat\u00fcrlich die des fahrenden Volks: die Knechte Zorn, Geiz und Streit, von <span style=\"color: #0000ff;\">Samson Rothbauer<\/span>, <span style=\"color: #0000ff;\">Hannes Kehrer<\/span> und <span style=\"color: #0000ff;\">Lena P\u00fchringer<\/span> namensentsprechend verk\u00f6rpert; die lasziv auffordernde Lieblust von <span style=\"color: #0000ff;\">Emma Karlsb\u00f6ck<\/span> und der vielschichtig schillernde Meister von <span style=\"color: #0000ff;\">Valentin P\u00fchringer<\/span>.<\/p>\n<p>Um allerdings allen Darsteller:innen gerecht zu werden, h\u00e4tte man die Produktion zweimal sehen m\u00fcssen, war doch jede Rolle sicherheitshalber doppelt besetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rezension: Christian Hanna, Foto: Martin Hackl &#8230;&#8230;&#8230; Dem Mysterienspiel Bauer, Tod und Teufel des ober\u00f6sterreichischen Dichters Hans Reinthaler aus dem Jahr 1946 galt die heurige Produktion der NordwaldKammerspiele auf Schloss Neuhaus an der Donau. 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