{"id":22116,"date":"2026-04-16T21:24:42","date_gmt":"2026-04-16T20:24:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/?p=22116"},"modified":"2026-04-16T21:29:41","modified_gmt":"2026-04-16T20:29:41","slug":"wenn-verbrechen-karriere-macht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/?p=22116","title":{"rendered":"Wenn Verbrechen Karriere macht"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Haag.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-22118\" src=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Haag-300x135.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"135\" srcset=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Haag-300x135.jpg 300w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Haag-200x90.jpg 200w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Haag-768x346.jpg 768w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Haag.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Rezension und Foto: Christian Maier &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..<\/p>\n<p>Schon in den ersten Minuten wurde klar, dass die <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Theatergruppe Haag am Hausruck<\/strong><\/span> mit ihrem neuen St\u00fcck <span style=\"color: #ff0000;\">\u201eMein fabelhaftes Verbrechen\u201c <\/span>von <span style=\"color: #ff0000;\">Louis Verneuil<\/span>, und <span style=\"color: #ff0000;\">Georges Berr<\/span>, nicht einfach nur unterhalten will \u2013 sie will \u00fcberraschen, ber\u00fchren und das Publikum mit einer Intensit\u00e4t ins Geschehen ziehen, die man auf B\u00fchnen des Amateurtheaters selten erlebt. Was an diesem Abend folgte, war ein ebenso feinf\u00fchliges wie kraftvolles Zusammenspiel aus Spielfreude, Pr\u00e4zision und einer Originalit\u00e4t, die einmal mehr die Kreativit\u00e4t der Regie von<span style=\"color: #0000ff;\"><strong> Karin Vrecun<\/strong><\/span> best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Im Paris der 1930er-Jahre wird ein prominenter Theaterproduzent ermordet. Der zust\u00e4ndige Untersuchungsrichter Rabusset (<span style=\"color: #0000ff;\">Hans Donnermair<\/span>) vernimmt s\u00e4mtliche Personen, die am Tag des Verbrechens Kontakt mit dem Opfer hatten. Unter ihnen befindet sich auch die von Inspektor Brun (<span style=\"color: #0000ff;\">Raphael Kaltenecker<\/span>) verhaftete Madeleine Verdier (<span style=\"color: #0000ff;\">Andrea Donnermair<\/span>), eine mittellose und kaum beachtete Schauspielerin. Sie war die letzte, die den Produzenten lebend gesehen hat. Obwohl sie unschuldig ist, nutzt sie die Situation, um mediale Aufmerksamkeit zu erlangen, und behauptet \u00f6ffentlich, den Mord begangen zu haben.<\/p>\n<p>Zw\u00f6lf Geschworene m\u00fcssen nun im anschlie\u00dfenden Prozess \u00fcber Schuld oder Unschuld von Madeleine entscheiden und machen es sichtlich nicht leicht.<br \/>\nGenial die Idee zwei der zw\u00f6lf Geschworenen unter dem Vorwand einer Erkrankung aus dem Publikum zu holen. Sowohl das Publikum, als auch die Neo-Protagonisten hatten sichtlich Spa\u00df an der Aktion.<br \/>\nSchlie\u00dflich wird Madeleine, die von ihrer besten Freundin und Mitbewohnerin Pauline (<span style=\"color: #0000ff;\">Elisa Holzmann<\/span>) \u2013 einer gleichaltrigen, arbeitslosen Anw\u00e4ltin \u2013 vertreten wird, wegen Notwehr freigesprochen. Von einem Moment auf den anderen ver\u00e4ndert sich ihr Leben grundlegend: Pl\u00f6tzlich stehen ihr Ruhm und finanzielle M\u00f6glichkeiten offen.<br \/>\nDoch Madeleines neu gewonnenes Leben ger\u00e4t ins Wanken, als die tats\u00e4chlichen Hintergr\u00fcnde des Mordes ans Licht kommen. Die wahre T\u00e4terin tritt hervor \u2013 ver\u00e4rgert dar\u00fcber, dass jemand anderes von ihrer Tat profitiert. Odette Chaumette (<span style=\"color: #0000ff;\">Daniela Rebhan<\/span>) \u2013 eine Schauspielerin aus Stummfilmzeiten \u2013 fordert vehement, Madeleine solle ihr das \u201egestohlene\u201c Verbrechen \u201ezur\u00fcckgeben\u201c, und setzt sie damit zunehmend unter Druck.<br \/>\nAm Ende findet sich eine L\u00f6sung, mit der alle Beteiligten leben k\u00f6nnen, und die Ereignisse kommen zu einem vers\u00f6hnlichen Abschluss.<\/p>\n<p>Die Kom\u00f6die nimmt die m\u00e4nnlich gepr\u00e4gte Gesellschaft der 1930er-Jahre aufs Korn und stellt die gegenseitige Unterst\u00fctzung von Frauen in den Mittelpunkt.<br \/>\nIn einer Epoche, in der Frauen in Frankreich weder finanzielle Eigenst\u00e4ndigkeit besa\u00dfen noch ohne Mitgift heiraten konnten und ihnen politische Beteiligung verwehrt blieb, wirkt der Ausspruch einer Suffragette besonders treffend: \u201eBei Grundrechten sind wir minderj\u00e4hrig, bei Fehlern vollj\u00e4hrig.\u201c<br \/>\nGleichzeitig bewegt sich die Geschichte bewusst in moralisch heiklen Bereichen.<br \/>\nSie wirft die provokante Frage auf, ob Unwahrheit im Dienst einer gr\u00f6\u00dferen Gerechtigkeit stehen kann \u2013 und ob ein Verbrechen, zumindest als Erz\u00e4hlung, dazu taugt, vorhandene gesellschaftliche Missst\u00e4nde sichtbar zu machen.<\/p>\n<p>\u201eMein fabelhaftes Verbrechen\u201c ist ein spritziges, intelligentes und vom gesamten Ensemble wunderbar gespieltes Theatervergn\u00fcgen, das zeigt, wie zeitlos gute Kom\u00f6dien sein k\u00f6nnen. Wer Lust auf einen Abend voller Lachen, Charme und brillanter Schauspielkunst hat, ist hier genau richtig.<\/p>\n<p>Noch zu sehen:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.theatergruppe-haag.at\/\">https:\/\/www.theatergruppe-haag.at\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rezension und Foto: Christian Maier &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.. 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