{"id":22150,"date":"2026-04-27T06:22:59","date_gmt":"2026-04-27T05:22:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/?p=22150"},"modified":"2026-04-27T06:22:59","modified_gmt":"2026-04-27T05:22:59","slug":"das-barocktheater-sieht-rot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/?p=22150","title":{"rendered":"Das Barocktheater sieht rot"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Lambach.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-22149\" src=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Lambach-300x226.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"226\" srcset=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Lambach-300x226.jpg 300w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Lambach-200x150.jpg 200w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Lambach-768x578.jpg 768w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Lambach.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p>Rezension und Foto: Christian Maier &#8230;..<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>\u201eDer Talisman\u201c<\/strong><\/span> von Johann Nestroy entfaltet sich im<span style=\"color: #ff0000;\"><strong> Barocktheater Lambach<\/strong><\/span> unter der <span style=\"color: #000000;\">Regie von<\/span><strong> <span style=\"color: #0000ff;\">John F.<\/span> <span style=\"color: #0000ff;\">Kutil<\/span><\/strong> als ein Feuerwerk aus Wortwitz, pointierter Situationskomik und liebevoll \u00fcberzeichneten Charakteren, die so frisch wirken, als h\u00e4tte Nestroy sie erst gestern zu Papier gebracht. Das Ensemble st\u00fcrzt sich mit sichtbarer Spielfreude in das Absurde und l\u00e4sst dabei fast vergessen, wie treffsicher die gesellschaftliche Kritik im Hintergrund eigentlich ist.<\/p>\n<p>Die G\u00e4nseh\u00fcterin Salome Pockerl (<span style=\"color: #0000ff;\">Eva Kirschner<\/span>) wird wegen ihrer roten Haare verspottet und ausgegrenzt, obwohl sie selbst durchaus stolz auf sie ist. Auch der vagabundierende Titus Feuerfuchs (<span style=\"color: #0000ff;\">Samuel Raser<\/span>) leidet unter Vorurteilen gegen\u00fcber seiner Haarfarbe und kritisiert die Engstirnigkeit der Menschen. Als sich die beiden begegnen, erz\u00e4hlt Titus von seinem reichen und einzigen noch lebenden Verwandten, der ihn ebenfalls wegen seiner roten Haare ablehnt. Salome m\u00f6chte ihm Arbeit verschaffen und hofft auf eine gemeinsame Zukunft.<\/p>\n<p>Als Titus dem Friseur Marquis (<span style=\"color: #0000ff;\">Helmut H\u00f6rtenhuber-Treben<\/span>) das Leben rettet, erh\u00e4lt er daf\u00fcr eine schwarzgelockte Per\u00fccke, die ihm Gl\u00fcck bringen soll. Mit diesem \u201eTalisman\u201c adjustiert, gewinnt er rasch die Gunst der G\u00e4rtnerwitwe Flora Baumscheer (<span style=\"color: #0000ff;\">Ursula Hois<\/span>), die ihn als Gehilfen einstellt, mit dem Anzug ihres verstorbenen Mannes ausstattet und sogar als m\u00f6glichen n\u00e4chsten Ehegatten sieht.<\/p>\n<p>Aber schon bald zeigt auch Constantia (<span style=\"color: #0000ff;\">Ulrike Kepp<\/span>), verwitwete Kammerzofe und Geliebte von Marquis, Interesse an Titus. Angetan von der schwarzen Lockenpracht umwirbt sie Titus und m\u00f6chte ihm die Stelle ihres verstorbenen Mannes als J\u00e4ger verschaffen. Als Marquis Constantia und Titus zusammen sieht, stiehlt er Titus im Schlaf die schwarze Per\u00fccke. Titus greift im Dunkeln irrt\u00fcmlich zu einer blonden und erscheint so vor der Frau von Cypressenburg (<span style=\"color: #0000ff;\">Anna Gartner<\/span>). Mit selbstbewussten Worten beeindruckt er sie, wird zu ihrem Sekret\u00e4r bef\u00f6rdert und erh\u00e4lt einmal mehr die Kleidung ihres verstorbenen Mannes.<br \/>\nUm seine wahre Haarfarbe zu verbergen, verleumdet Titus Flora und Constantia, woraufhin beide entlassen werden sollen. Titus genie\u00dft seinen pl\u00f6tzlichen Einfluss, doch bei einer Abendgesellschaft entlarvt Marquis ihn als Betr\u00fcger. Als Titus die Per\u00fccke abnimmt, wenden sich die Frauen wegen seiner roten Haare von ihm ab. Er verl\u00e4sst das Schloss.<\/p>\n<p>Der schwerreiche Bierversilberer Spund (<span style=\"color: #0000ff;\">Georg Bachleitner<\/span>) besucht schlie\u00dflich seinen Neffen Titus, um ihm zu helfen und seinen Ruf zu retten. Auf dem Schloss verbreitet sich das Ger\u00fccht, Titus werde reich, worauf Flora und Constantia erneut Interesse zeigen. Titus versteckt seine roten Haare unter einer grauen Per\u00fccke, was Spund dazu bewegt, ihn zum Erben zu machen. Die Frauen pochen auf angebliche Heiratsversprechen, doch Titus lehnt ab. Als Salome versehentlich die Per\u00fccke entfernt, gesteht Titus die Wahrheit. Er verzichtet auf das Erbe, bittet nur um Unterst\u00fctzung f\u00fcr ein eigenes Gesch\u00e4ft und entscheidet sich f\u00fcr Salome, die ihn von Anfang an akzeptiert hat.<br \/>\nUnd damit rote Haare nichts Au\u00dfergew\u00f6hnliches mehr sind, erkl\u00e4rt Titus: <em>\u201eIch wei\u00df, Herr Vetter, die roten Haar\u2019 mi\u00dffallen Ihnen, sie mi\u00dffallen fast allgemein. Warum aber? Weil der Anblick zu ungew\u00f6hnlich is; wann\u2019s recht viel\u2019 g\u00e4bet, k\u00e4m\u2019 die Sach\u2019 in Schwung, und da\u00df wir zu dieser Vervielf\u00e4ltigung das unsrige beitragen werden, da kann sich der Herr Vetter verlassen drauf.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Fazit: Obwohl Nestroy das St\u00fcck bereits 1840 geschrieben hat, bestehen doch erstaunliche und zugleich zum Nachdenken anregende Parallelen zur heutigen Zeit. Vorurteil und Ausgrenzung sind immer noch allgegenw\u00e4rtige Themen.<\/p>\n<p>Noch zu sehen am<br \/>\n29.4. um 19:30 Uhr<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.barocktheaterlambach.at\/spielplan\">https:\/\/www.barocktheaterlambach.at\/spielplan<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rezension und Foto: Christian Maier &#8230;.. \u201eDer Talisman\u201c von Johann Nestroy entfaltet sich im Barocktheater Lambach unter der Regie von John F. 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