{"id":2452,"date":"2012-03-10T10:26:40","date_gmt":"2012-03-10T09:26:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ooe-theaterverband.com\/?p=2452"},"modified":"2012-03-10T12:32:35","modified_gmt":"2012-03-10T11:32:35","slug":"de-liab-aund-da-dod-aum-attersee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/?p=2452","title":{"rendered":"De liab aund da dod aum attersee"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><a href=\"http:\/\/www.ooe-theaterverband.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Seewalchen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2451\" title=\"Seewalchen\" src=\"http:\/\/www.ooe-theaterverband.com\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Seewalchen-300x206.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"206\" srcset=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Seewalchen-300x206.jpg 300w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Seewalchen-160x109.jpg 160w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/Seewalchen.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/td>\n<td><span style=\"font-size: small; color: #0000ff;\">Rezension von Bernhard Paumann:<\/span><span style=\"font-size: small;\">\u00a0 <\/span><span style=\"font-size: small;\">Es zieht sich eine (Blut)Spur durch die theatralische Landschaft Ober\u00f6sterreichs, von Waldhausen, \u00fcber Lembach, Wels und Puchheim nun nach Seewalchen. Verursacher ist der k\u00fcnstlerische Tausendsassa <span style=\"color: #ff0000;\">Christian Suchy<\/span>, Mime, Regisseur, Supervisor, Theaterp\u00e4dagoge, Musiker, B\u00fchnengestalter und Shakespeare-Auskenner, der nach einigen Supervisionen mit der B\u00fchne Seewalchen zum ersten Mal mit &#8222;Romeo und Julia und de Bluadbruad\u201c Regie f\u00fchrt und damit einen neuen markanten Meilenstein in die Theaterlandschaft setzt.<\/span><span style=\"font-size: small;\">Zu Beginn wird lauthals verk\u00fcndet, dass hier das Original gespielt wird \u2013 hoppala denkt man sich \u2013 und muss am Ende gestehen: \u201eGenau, so war es\u201c.<br \/>\n<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 20px;\">\n<td><span style=\"font-size: x-small;\">Alois Humer (Steirische), Matthias Stabauer (Bass)\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0 Julia (Sabine Pr\u00f6tsch), Romeo (Christian Hemetsberger)<\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Das Original von William Shakespeare wurde vom Regisseur und dem dreik\u00f6pfigen(!) Ensemble in Dialekt \u00fcbersetzt und neu umgeschrieben. Dabei sind ungemein lyrische Passagen, hinterfotzig gemeine Texte \u2013 ohne derb zu wirken -, Ankl\u00e4nge an die Sprache der Wiener Strizzis und sprudelnde Wortkaskaden entstanden. Und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren: Hier ist Shakespeare authentisch.<\/p>\n<p>Auch die Kargheit der B\u00fchne muss erw\u00e4hnt werden (Shakespeare h\u00e4tte seine Freude daran!). Ein durchgehender grauer Vliesvorhang umschlie\u00dft B\u00fchne und Zuschauerraum, der mit Tischen und Sesseln zum Konsumieren einl\u00e4dt. Ein rostiges Bauger\u00fcst, eine Scheibtruhe und aus. Die Schaupl\u00e4tze der Trag\u00f6die m\u00fcssen daher erspielt werden. Und wie das gemacht wurde! Die Beh\u00e4bigkeit des <span style=\"color: #ff0000;\">Detlef Dunkel<\/span> als Pater Lorenzo, der mit seinem Berliner Dialekt einen wunderbaren Kontrapunkt zum bodenst\u00e4ndigen Dialekt der Hauptprotagonisten bildet.<br \/>\n<span style=\"color: #ff0000;\">Sabine Pr\u00f6tsch<\/span> (Julia und Godn) und <span style=\"color: #ff0000;\">Christian Hemetsberger<\/span> (Romeo, Mercutio und Tybalt) z\u00fcnden ein Feuerwerk an Pointen. Die m\u00fcrrisch verkrampfte Julia spielt als Godn eine quirlige, \u00fcberdrehte Person, der hinterw\u00e4ldlerisch introvertierte Romeo zeigt als Mercutio einen typischen Wiener Strizzi aus dem 10. Hieb und als Tybalt einen l\u00e4ssigen, m\u00fcden Raufbold. Die Unbeholfenheit des Liebespaares steigert sich zu einem Furioso in der ersten Begegnung auf dem Bauger\u00fcst, das an das slapstick-artige Spiel des Stummfilms eines Charly Chaplin oder Buster Keaton erinnert und keine Peinlichkeit, sondern eher Betroffenheit ausl\u00f6st. Das pr\u00e4zise Spiel l\u00e4sst keine Verwischungen der Charaktere zu, auch nicht in den stakkato-artigen Wechseln der Personen. Jede Stimmung, jede Bewegung, jede Emotion ist trotz der scheinbaren Leichtigkeit bis in die Tiefen ausgelotet.<br \/>\nUnd noch etwas macht dieses Spiel um Liebe und Tod so stimmig: die Musik. Alois Humer am Kontrabass und Matthias Stabauer an der Steirischen Kn\u00f6pferlharmonika breiten einen subtilen Klangteppich aus, der das Spiel kontrastiert, aber zugleich die erforderliche Stimmung herbeizaubert und die Charaktere tonal begleitet.<br \/>\nMit einem Wort (oder auch zwei): Shakespeare pur. Man f\u00e4hrt nach einem Glas Tybalt Bluad oder Romeo Grachal und einem heazhaften Weckal in der Gewissheit nach Hause, einen gro\u00dfen Theaterabend erlebt zu haben.<br \/>\nNoch zu sehen am 9., 10., 16., 17., 23., 24., 30. und 31. M\u00e4rz um jeweils 19 Uhr im Kultursaal in Seewalchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rezension von Bernhard Paumann:\u00a0 Es zieht sich eine (Blut)Spur durch die theatralische Landschaft Ober\u00f6sterreichs, von Waldhausen, \u00fcber Lembach, Wels und Puchheim nun nach Seewalchen. 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