{"id":2918,"date":"2012-06-15T15:59:13","date_gmt":"2012-06-15T14:59:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ooe-theaterverband.com\/?p=2918"},"modified":"2012-08-02T22:13:20","modified_gmt":"2012-08-02T21:13:20","slug":"der-qualende-schrei-nach-luft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/?p=2918","title":{"rendered":"Der qu\u00e4lende Schrei nach Luft"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.ooe-theaterverband.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Atemnot.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-2917\" title=\"Atemnot\" src=\"http:\/\/www.ooe-theaterverband.com\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Atemnot-120x120.jpg\" alt=\"\" width=\"120\" height=\"120\" srcset=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Atemnot-120x120.jpg 120w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Atemnot-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/Atemnot.jpg 525w\" sizes=\"auto, (max-width: 120px) 100vw, 120px\" \/><\/a>Rezension von Bernhard Paumann &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.<\/p>\n<p>Ein starkes St\u00fcck \u00fcber Leben und Tod setzt uns die <span style=\"color: #ff0000;\">Kellerb\u00fchne Puchheim<\/span> eindringlich vor. Das Drama <span style=\"color: #0000ff;\">\u201eAtemnot\u201c<\/span> von Michael Snelgrove, das erst vor 10 Jahren von St. P\u00f6ltner Amateurtheaterspielern (Theater Perpetuum) aus dem Englischen \u00fcbersetzt wurde, l\u00e4sst auch uns in dieser Inszenierung stellenweise den Atem anhalten.<\/p>\n<p>Der Regisseur <span style=\"color: #0000ff;\">Uwe Marschner<\/span> (Co-Regie <span style=\"color: #0000ff;\">Wolfgang Peer<\/span>) hat diese schwarze Kom\u00f6die \u00fcber Karrieresucht, Nikotinsucht, Geltungssucht und die Freiheit der Entscheidung stimmungsvoll auf die Bretter gebracht. Dass die gewonnenen H\u00f6henmeter durch eine andere Lautst\u00e4rke des Windes und den Grad der Ersch\u00f6pfung der Protagonisten dargestellt wurde, bedurfte erst einer nachtr\u00e4glichen Interpretation.<\/p>\n<p>Besonders auff\u00e4llig das funktionelle B\u00fchnenbild, das zugleich Konferenzraum und Hochgebirgswelt symbolisiert \u2013 und da muss kurz auf den Inhalt eingegangen werden. Ein Tabakkonzern will seine verheerender Bilanz durch Sponsoring der Erstbesteigung des K 16 durch zwei ber\u00fchmte Bergsteigerinnen verbessern, zugleich soll aber das R\u00e4tsel \u00fcber die Expedition des Neffen des Konzernchefs in den 30er Jahren aufgekl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p>Verbindende Figur zwischen den beiden bergsteigerischen Aktionen ist der Sherpa Ang (<span style=\"color: #0000ff;\">Markus<\/span> <span style=\"color: #0000ff;\">Schwecherl<\/span> zeigt gut die Facetten dieser Kunstfigur), Tragtier und Clown, Unterdr\u00fcckter und Herr \u00fcber Leben und Tod. In vielen kleinen Momenten blitzt hier die britische schwarze Kom\u00f6die auf.<\/p>\n<p>In den beiden Frauenpaaren (Managerinnen im Konzern und die Bergsteigerinnen) zeigen sich brillant die Karrieregeilheit und der Drang nach oben. Die triumphierende Naivit\u00e4t der Pansy (<span style=\"color: #0000ff;\">Michaele<\/span> <span style=\"color: #0000ff;\">Wundsam<\/span>) und die Coolness der Blaise (<span style=\"color: #0000ff;\">Daniela M\u00fchlleitner<\/span>), deren durchgehaltener amerikanischer Slang beeindruckte, sowie die Derbheit der Jana (<span style=\"color: #0000ff;\">Sabine Mospointner<\/span>) und der unter Druck geratenen Henrietta (<span style=\"color: #0000ff;\">Irmlind Dienesch<\/span>) \u00fcberzeugten.<\/p>\n<p>Nicht so stringent wirkten auf mich die beiden Bergsteiger Toby (<span style=\"color: #0000ff;\">Christoph Hatheier<\/span>) und Cecil (<span style=\"color: #0000ff;\">Johannes Hirsch<\/span>) \u2013 das \u00fcberlegene koloniale Gehabe\u00a0 und die Machbarkeit aller Dinge durch ein \u201eHerrenvolk\u201c fehlten mir etwas. Ein Meisterst\u00fcck an G\u00e4nsehaut aber brachte Cecil, als er als Geist mit der Ukulele auftauchte.<\/p>\n<p>Da w\u00e4re last but not least Sir Byron Taplin (<span style=\"color: #0000ff;\">Hans Auer<\/span>) zu erw\u00e4hnen, dessen langsamer Verfall durch Lungenkrebs b\u00fchnenwirksam ausgelebt wurde. Sein Aufschrei: \u201eWarum hat mir niemand etwas gesagt\u201c l\u00e4sst eine Raucherlunge kurz nachdenken.<\/p>\n<p>So bleiben der Schrei des Lungenkranken und der nach Atem ringenden Bergsteiger nicht ungehallt und entlassen die Zuschauer in einer nachdenklichen Stimmung und in dem Bewusstsein, einen gro\u00dfen Theaterabend erlebt zu haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rezension von Bernhard Paumann &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;. Ein starkes St\u00fcck \u00fcber Leben und Tod setzt uns die Kellerb\u00fchne Puchheim eindringlich vor. 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