{"id":3201,"date":"2012-11-03T19:04:12","date_gmt":"2012-11-03T18:04:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ooe-theaterverband.com\/?p=3201"},"modified":"2012-11-03T19:06:58","modified_gmt":"2012-11-03T18:06:58","slug":"ein-%e2%80%9eaufstand-der-bewegt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/?p=3201","title":{"rendered":"Ein \u201eAufstand\u201c, der bewegt\u2026"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: medium;\"><a href=\"http:\/\/www.ooe-theaterverband.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Molln.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3202\" title=\"Molln\" src=\"http:\/\/www.ooe-theaterverband.com\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Molln-300x214.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"214\" srcset=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Molln-300x214.jpg 300w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Molln-160x114.jpg 160w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Molln.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..Rezension von Bernhard Paumann<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0der nicht nur anr\u00fchrt, emotional mit leben l\u00e4sst, historische Fakten ins Ged\u00e4chtnis zwingt, Heutiges mit hinein webt, sondern der auch vorbildhaft f\u00fcr das Amateurtheater hingestellt werden darf.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Die Rede ist von der \u00e4u\u00dferst gelungenen Produktion <span style=\"color: #0000ff;\">\u201eDer Aufstand\u201c<\/span> der prominenten Schriftstellerin <span style=\"color: #993300;\">Gertrud Fussenegger<\/span> durch die Theatergruppe <span style=\"color: #0000ff;\">\u201efrei-wild.molln\u201c<\/span>. Wochenlang hatte Obmann und Produktionsleiter <span style=\"color: #0000ff;\">E. Sageder<\/span> nach dem vorerst verschollenen Opernlibretto geforscht und zusammen mit <span style=\"color: #0000ff;\">Irmgard Paulis<\/span> den Text genial bearbeitet und mit <span style=\"color: #0000ff;\">Peter H\u00e4uslers<\/span> musikalischen Intentionen unterlegt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Und so entsteht ein in jeder Faser, in jedem Atemzug, in jeder noch so kleinen Geste eine k\u00fcnstlerische Verdichtung eines geschichtlichen Ereignisses, das aber nicht Historie bleibt, sondern auch eine heutige gesellschaftliche Komponente erreicht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Da besticht das einfache B\u00fchnenbild (verantwortlich die Regisseurin <span style=\"color: #0000ff;\">Irmgard Paulis<\/span>) mit schmucklosen H\u00e4userattrappen auf wei\u00dfem Boden, ein Br\u00fccklein aus Holzbohlen und ein angedeuteter Bach \u2013 und aus. Kein historischer Schmonzes. Da beeindrucken die einfachen Kost\u00fcme, die sich im Spiel zu Breughelschen Tableaus gestalten. Kein historisierender Schnickschnack, sondern klare Linien, die auch die gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse widerspiegeln. Da bewegt auch die sprachliche Gestaltung (ebenfalls <span style=\"color: #0000ff;\">Irmgard Paulis<\/span>), die den gesellschaftlichen Stellungen angepasst ist. Gut ober\u00f6sterreichisch spricht das einfache Volk, Hochsprache die herrschenden Schichten und dann kommt noch \u2013 an den richtigen Stellen \u2013 der im Fussenegger Text vorherrschende Reim gleichsam als sprachliche Zelebration. Und nicht zuletzt: Da besticht auch das Spiel der Akteure. Mit getragenem Ernst wird gespielt, der Wichtigkeit der Botschaft und Sendungsbewusstsein ausstrahlt und gerade den geschundenen Bauern W\u00fcrde gibt, w\u00e4hrend der blasierte Hofstaat schon innerlich im Zuschauer Widerstand erlebt. Einzelne SchauspielerInnen heraus zu heben w\u00e4re der kompakten Gesamtleistung des Ensembles kontraproduktiv.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Das letzte Bild hat mich besonders beeindruckt: Im Vordergrund, hingeduckt in den Bach, die Bauern mit einfachsten Arbeitsger\u00e4ten als Waffen, dahinter unbeweglich der Hofstaat vor aufgestellten Lanzen. Auf einen Knall fallen die Bauern um, die Macht steht unbeweglich \u2013 ein Kampf ohne (meist peinliche) Fechtereien, ein Tod so still wie das Leben, das die Bauern f\u00fchrten, eine starre Macht, die unbeweglich \u00fcber Leichen steht, ein Bild, das sich eingr\u00e4bt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Wie gesagt: Ein Aufstand, der bewegt<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..Rezension von Bernhard Paumann \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0der nicht nur anr\u00fchrt, emotional mit leben l\u00e4sst, historische Fakten ins Ged\u00e4chtnis zwingt, Heutiges mit hinein webt, sondern der auch vorbildhaft f\u00fcr das Amateurtheater hingestellt werden darf. 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