{"id":5543,"date":"2015-04-09T16:12:55","date_gmt":"2015-04-09T15:12:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ooe-theaterverband.com\/?p=5543"},"modified":"2015-04-10T07:51:10","modified_gmt":"2015-04-10T06:51:10","slug":"ein-mord-von-oben-herab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/?p=5543","title":{"rendered":"Ein Mord von \u201eoben herab\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.ooe-theaterverband.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Kirchdorf.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-5542\" src=\"http:\/\/www.ooe-theaterverband.com\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Kirchdorf-300x239.jpg\" alt=\"Kirchdorf\" width=\"300\" height=\"239\" srcset=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Kirchdorf-300x239.jpg 300w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Kirchdorf-188x150.jpg 188w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Kirchdorf-600x478.jpg 600w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/Kirchdorf.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Rezension von &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..Bernhard Paumann<\/p>\n<p>Absurdes\/ groteskes Theater ist ein sehr eigenartiges Genre. Einerseits bietet es ungeheuer viele M\u00f6glichkeiten zu experimentieren, andererseits evoziert es h\u00e4ufig beim Publikum inhaltliche Verst\u00e4ndnislosigkeit. So findet sich in der Amateurtheaterszene diese Theaterform in hom\u00f6opathischen Dosen. Umso wichtiger ist es, dass das <strong><span style=\"color: #ff0000;\">Theater Kirchdorf<\/span> <\/strong>sich an die groteske Kom\u00f6die <strong><span style=\"color: #ff0000;\">\u201eYvonne, die Burgunderprinzessin\u201c<\/span><\/strong> von Witold Gombrowicz gewagt und restlos \u00fcberzeugt hat.<\/p>\n<p>Die Geschichte eines unscheinbaren, stummen M\u00e4dchens, das ein Prinz aus \u00dcbermut heiratet, ist Anlass f\u00fcr die \u201ehigh society\u201c des Hofes f\u00fcr Besch\u00e4mung, Hass und Aggressivit\u00e4t. Daher muss Yvonne \u201evon oben herab\u201c beseitigt werden und stirbt an einer verschluckten Gr\u00e4te bei einem \u201eKarauschen\u201c-Mahl.<br \/>\nDass das Theaterurgestein <span style=\"color: #0000ff;\">Franz Horcicka <\/span>den Text nicht einfach nur gek\u00fcrzt hat, sondern mit Herz und Hirn interpretiert und experimentelle Leckerbissen eingearbeitet hat, tut dem St\u00fcck und dem hervorragenden Ensemble gut. So hat er Wortfetzen aus Chlebnikovs Sternensprache eingebaut, wie sie die Akteure der Commedia dell\u2018 arte bei ihren Auslandsgastspielen in der jeweiligen Landessprache (die \u201eGrammelots\u201c) verwendeten.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re nicht die Kirchdorfer Gruppe, wenn nicht Figuren und Masken im Spiel w\u00e4ren (Ausstattung: <strong><span style=\"color: #0000ff;\">Rosa Teutsch, Sieglinde Kemptner, Eva<\/span> <span style=\"color: #0000ff;\">Hebesberger<\/span><\/strong>), die immer wieder einen besonderen Reiz ausstrahlen. Noch dazu hat Horcicka eine zweite Ebene mit Schwarzlicht eingef\u00fchrt, die den Charakter der Irrealit\u00e4t hervorheben soll im Gegensatz zur Sph\u00e4re der irdischen Gegenwart. In einer dritten Ebene arbeitet er sehr effektvoll mit Lichtstrahlen, die einen nahezu \u00fcberirdischen Zauber bewirken.<br \/>\nDas sehr effektvoll spielende Ensemble besticht durch eine \u00fcberdeutliche Sprache und der Commedia dell\u2018 arte entliehenen und umgeformten Bewegungsmustern, die durchg\u00e4ngig gehalten werden und die Intensit\u00e4t des Ausdrucks steigern. Ein Haus- und Hofmusiker (<strong><span style=\"color: #0000ff;\">Helmut Meixner<\/span><\/strong>) sensibilisiert den Zuseher zum Zuh\u00f6rer und setzt auch dramatische Momente. <strong><span style=\"color: #0000ff;\">Ingrid Pohn<\/span><\/strong> als stumme Yvonne besticht durch ihre mimische Vielfalt, <strong><span style=\"color: #0000ff;\">Kurt Geiseder<\/span><\/strong> durch Arroganz und Herablassung. Prinz Philipp (<span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Thomas Hartwagner-Lindorfer<\/strong><\/span>) changiert gekonnt zwischen L\u00e4cherlichkeit und gespielter W\u00fcrde. Der Kammerherr (<strong><span style=\"color: #0000ff;\">Thomas Hochreiter<\/span><\/strong>) spielt gekonnt Intrigant und mahnendes Gewissen. Aber auch die weiteren Akteure: <strong><span style=\"color: #0000ff;\">Andrea Falkner, Vincent Gebesmair, Martina Geiseder, Gerhard Mair und Gertraud Waldh\u00f6r-Saatmann<\/span><\/strong> tragen zum Gelingen des wunderbaren Abends bei und entlassen die Zuschauer in eine schwebende Irrationalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Termine auf:\u00a0\u00a0 <a title=\"Kirchdorf\" href=\"http:\/\/www.theater-kirchdorf.at\/menschen\/termine\/text.htm\">http:\/\/www.theater-kirchdorf.at\/menschen\/termine\/text.htm<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rezension von &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..Bernhard Paumann Absurdes\/ groteskes Theater ist ein sehr eigenartiges Genre. Einerseits bietet es ungeheuer viele M\u00f6glichkeiten zu experimentieren, andererseits evoziert es h\u00e4ufig beim Publikum inhaltliche Verst\u00e4ndnislosigkeit. So findet sich in der Amateurtheaterszene diese Theaterform in hom\u00f6opathischen Dosen. 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