{"id":7772,"date":"2016-11-28T21:11:21","date_gmt":"2016-11-28T20:11:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ooe-theaterverband.com\/?p=7772"},"modified":"2016-11-28T21:19:18","modified_gmt":"2016-11-28T20:19:18","slug":"der-schrei-zerreisst-das-weihnachtsidyll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/?p=7772","title":{"rendered":"Der Schrei zerrei\u00dft das Weihnachtsidyll"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.ooe-theaterverband.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Krah.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-7768\" src=\"http:\/\/www.ooe-theaterverband.com\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Krah-132x150.jpg\" alt=\"krah\" width=\"132\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Krah-132x150.jpg 132w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Krah-264x300.jpg 264w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/Krah.jpg 527w\" sizes=\"auto, (max-width: 132px) 100vw, 132px\" \/><\/a>Rezension von &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.. Bernhard Paumann<\/p>\n<p>Dass Weihnachten jenseits von Waggerl-Land, Waldheimat und Salzburger Advent, eine Zeit der Besinnung und Selbstbestimmung sein kann, eine Zeit des In-sich-Hineinh\u00f6rens bedeutet, ist heute f\u00fcr uns evident. Dass es auch die dunklen Seiten des Menschseins hochschwemmt, zeigt uns eindrucksvoll <strong><span style=\"color: #ff0000;\">frei-wild molln<\/span><\/strong> mit ihrer Produktion <strong><span style=\"color: #ff0000;\">\u201eder<\/span> <span style=\"color: #ff0000;\">krah\u201c <\/span><\/strong>des Kufsteiners <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Klaus Reitberger<\/strong><\/span>.<\/p>\n<p>Wenn der Rabe schreit, stirbt ein Mensch, prophezeit die Altb\u00e4urin. Mit einem Kompendium an Hass, Geifer und Hinterh\u00e4ltigkeit gespielt von <span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Renate Weissb\u00f6ck<\/strong><\/span>, die auch den an einem st\u00fcrmischen Heiligen Abend hereingeschneiten Fl\u00fcchtling (ber\u00fchrend in seiner Stummheit der Afghane <span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Ehsan Khodadadi<\/strong><\/span>) vergiftet. Dumpf wird der Fremdenhass ausgespien. Bekannte Verhaltensmuster werden gepflegt, auch von den Bauersleuten Barbara und Friedl (pr\u00e4zise Charakterdarstellung durch <span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Ingrid Fischeneder <\/strong><\/span>und <span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Manfred Sulzbacher<\/strong><\/span>). Allein die in der Stadt studierende Tochter (mit viel Herzblut gespielt von <span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Barbara Schmiedberger<\/strong><\/span>) zeigt noch Anteilnahme und menschliche Regungen, w\u00e4hrend die kleine Welt in der Abgeschiedenheit der st\u00fcrmischen Winternacht in Selbstgef\u00e4lligkeit und falscher s\u00fc\u00dflicher Weihnachtsstimmung in Br\u00fcche geht. Noch dazu hat der Rabe ein zweites Mal geschrien.<\/p>\n<p>Auch wenn der Text manch flache Stelle aufweist, ist die spielerische Umsetzung rundum beeindruckend, ber\u00fchrend und anr\u00fchrend. <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Franz Strasser<\/strong><\/span> hat mit seinen Schauspielerinnen und Schauspielern unter die Haut gehend inszeniert. Besonders angetan war ich von der Gruppe Einheimischer (<strong><span style=\"color: #0000ff;\">Willi Berger-Dietl, Dagmar Brugger,Christa Dirisammer, Eva Maria Haubl, Inge H\u00f6rschinger, Wilfried Schrutka, Sepp Wecht und Resi Zeitlinger<\/span>)<\/strong>, die Volkes Stimme repr\u00e4sentiert und an den Chor in der griechischen Trag\u00f6die gemahnt. Mit ihren abgezirkelten Bewegungen, so manch unreiner Intonierung und beklemmenden \u201eSagern\u201c unterstreichen und erh\u00f6hen sie die tragischen Ereignisse, die sich in einem genial einfachen und \u00fcberaus stimmigen B\u00fchnenbild (ebenfalls <span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Franz Strasser<\/strong><\/span>) abspielen.<\/p>\n<p>Was mich an dieser \u00fcberaus gelungenen und zu Herzen gehenden Inszenierung gewaltig st\u00f6rt, ist die v\u00f6llig unn\u00f6tige (ich wei\u00df, der Wirt will auch ein Gesch\u00e4ft machen) Pause, die uns aus dem spielerischen Spannungsfeld herausrei\u00dft und die es den Agierenden schwer macht, uns wieder in das Spiel hereinzuholen.<\/p>\n<p>Wird noch gespielt am:<\/p>\n<p><strong>2.\/3.\/7.\/9.\/10. Dezember jeweils um 19.30 Uhr,\u00a0 Nationalpark Zentrum Molln<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.theater-frei-wild.at\/aktuelles\">http:\/\/www.theater-frei-wild.at\/aktuelles<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rezension von &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.. Bernhard Paumann Dass Weihnachten jenseits von Waggerl-Land, Waldheimat und Salzburger Advent, eine Zeit der Besinnung und Selbstbestimmung sein kann, eine Zeit des In-sich-Hineinh\u00f6rens bedeutet, ist heute f\u00fcr uns evident. Dass es auch die dunklen Seiten des Menschseins hochschwemmt, zeigt uns eindrucksvoll frei-wild molln mit ihrer Produktion \u201eder krah\u201c des Kufsteiners Klaus Reitberger. 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