{"id":8984,"date":"2017-04-05T21:11:24","date_gmt":"2017-04-05T20:11:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ooe-theaterverband.com\/?p=8984"},"modified":"2017-04-05T21:11:24","modified_gmt":"2017-04-05T20:11:24","slug":"alles-retro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/?p=8984","title":{"rendered":"Alles retro"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.ooe-theaterverband.com\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Ottnang.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-8983\" src=\"http:\/\/www.ooe-theaterverband.com\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Ottnang-300x200.jpg\" alt=\"Ottnang\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Ottnang-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Ottnang-200x133.jpg 200w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Ottnang-768x511.jpg 768w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Ottnang-600x399.jpg 600w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Ottnang.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Rezension von &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;. Christian Hanna<\/p>\n<p>R\u00fcckschau, R\u00fcckbesinnung sind in. In diesem Sinn pr\u00e4sentierte die <strong><span style=\"color: #ff0000;\">Mosaik B\u00fchne<\/span> <span style=\"color: #ff0000;\">Ottnang<\/span><\/strong> eine total zeitgeistige, weil nostalgische Dialektkom\u00f6die von <span style=\"color: #ff0000;\">Christian Lex<\/span>, einem Autor, der, weil Jahrgang 1977, diese Zeit nicht erlebt hat und dennoch das Aufeinandertreffen von Mief und Modernit\u00e4t irgendwo in einem kleinen Kaff hierzulande recht treffend beschreibt.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #ff0000;\">&#8222;Hopfen &amp; Hendrix A Flascherl vom Gl\u00fcck&#8220;<\/span><\/strong> ist der Titel der Kom\u00f6die, der die zeitliche Einordnung recht leicht macht. In den sp\u00e4ten 60er Jahren schaut&#8217;s so aus, als w\u00fcrde das traditionsreiche Fischbr\u00e4u seinen 300er knapp nicht mehr erleben und von Konkurrent Wigg Maierhofer geschluckt werden. Betty Fisch, die Besitzerin, ist verzweifelt, ebenso ihr Braumeister Simmerl, der auf einmal nur mehr grauenhaftes Bier braut, das alle G\u00e4ste vertreibt. Da erscheint wie vom Himmel geschickt Ringo, ein junger Braumeister; er schaut zwar aus wie ein Gammler und verschreckt die K\u00f6chin Traudl mit den neumodernen Platten, die er in die Jukebox gibt, versteht aber sein Fach und m\u00f6chte den ganzen veralteten Betrieb auf neue Beine stellen. Klar, dass damit nicht alle Freude haben.<\/p>\n<p>Neben der turbulenten Handlung sorgt der Autor mit zeittypischen Zutaten f\u00fcr ein Bild der Epoche: mit der gliederverrenkenden Suche nach Radioempfang, mit der bahnbrechenden Einf\u00fchrung sauteurer Farbfernsehger\u00e4te, mit Frisurenmode, mit Minir\u00f6cken, mit der selbstverst\u00e4ndlichen Akzeptanz einer offensichtlich dementen K\u00f6chin, die keiner blo\u00dfstellt, und dem Gebrauch des l\u00e4ngst verbotenen Bierw\u00e4rmers, dieses klassischen Relikts untergegangener Wirtshauskultur, den der gem\u00fctliche Totengr\u00e4ber des Dorfs, der sich letztendlich als begeisterter Rock&#8217;n&#8217;Roller outet, immer verlangt.<br \/>\nRegisseur <strong><span style=\"color: #0000ff;\">Hubert Lagler<\/span><\/strong> ist eine liebenswerte, beschwingte Inszenierung zu danken, die das begeisterte Publikum, insbesondere Zeitzeugen, auf eine Reise in die Vergangenheit entf\u00fchrte. Dabei hilft auch das sprechende B\u00fchnenbild, von dem das Programmheft leider verschweigt, wer es entworfen hat.<\/p>\n<p>Den Darstellern ist es offenbar gelungen, die Intentionen Laglers ad\u00e4quat umzusetzen. <span style=\"color: #0000ff;\">Sandra Holzmannhofer<\/span> war eine ber\u00fchrende, liebenswerte Betty Fisch, <span style=\"color: #0000ff;\">Elisabeth Haslinger<\/span> ihre treue wie vergessliche K\u00f6chin. <span style=\"color: #0000ff;\">Lois Fellner<\/span> gab den ratlosen, verzweifelten Braumeister Simmerl, <span style=\"color: #0000ff;\">Hubert Fellner<\/span> den dubiosen, betr\u00fcgerischen Konkurrenten Wigg Maierhofer. <span style=\"color: #0000ff;\">Elisabeth<\/span> <span style=\"color: #0000ff;\">Schmidt<\/span> war die Dorfgrei\u00dflerin Gusti Wimmerdinger als nervige Tratschn, <span style=\"color: #0000ff;\">Thomas Gr\u00f6stlinger<\/span> ihr windiger Mann Bertl, <span style=\"color: #0000ff;\">Ferdinand<\/span> <span style=\"color: #0000ff;\">Gro\u00dfauer<\/span> \u00fcberzeugte als gem\u00fctlicher Totengr\u00e4ber Ignaz.<\/p>\n<p>Gesondert vor den Vorhang zu holen sind zwei Deb\u00fctanten in zwei Hauptrollen: <span style=\"color: #0000ff;\">Bernadette Haas<\/span> gefiel als kecke wie kesse Kellnerin Lisa, und <span style=\"color: #0000ff;\">David Fellner<\/span> gab den jungen Braumeister Ringo mit der wunderbar ironischen Distanz dessen, der schon mehr gesehen hat als dieses kleine Dorf.<br \/>\nDie kleinen Einw\u00e4nde sind kritisieren auf hohem Niveau: Der zweite Akt h\u00e4tte ein bisschen straffer sein k\u00f6nnen, viele Anschl\u00fcsse ein bisschen flotter, exakter (was insbesondere f\u00fcr Neulinge aber wirklich schwierig ist), und im ober\u00f6sterreichischen Dialekt geht man immer noch auffi, nicht nach oben (sonst stimmte aber, was die Sprache betrifft, wirklich alles). Und was den Bezug zum St\u00fccktitel betrifft: herrlich s\u00fcffigen Rieder Fl\u00fcssighopfen gab&#8217;s am Buffet in ausreichender Menge, aber Hadern vom Hendrix h\u00e4tten&#8217;s ein bisschen mehr sein d\u00fcrfen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rezension von &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;. Christian Hanna R\u00fcckschau, R\u00fcckbesinnung sind in. 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