{"id":9035,"date":"2017-04-23T23:03:46","date_gmt":"2017-04-23T22:03:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ooe-theaterverband.com\/?p=9035"},"modified":"2017-04-24T14:13:09","modified_gmt":"2017-04-24T13:13:09","slug":"tod-oder-freiheit-die-raeuber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/?p=9035","title":{"rendered":"\u201eTod oder Freiheit\u201c \u2013 Die R\u00e4uber"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.ooe-theaterverband.com\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Ra\u0308uber.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-9034\" src=\"http:\/\/www.ooe-theaterverband.com\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Ra\u0308uber-300x193.jpg\" alt=\"Ra\u0308uber\" width=\"300\" height=\"193\" srcset=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Ra\u0308uber-300x193.jpg 300w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Ra\u0308uber-200x129.jpg 200w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Ra\u0308uber-768x495.jpg 768w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Ra\u0308uber-600x387.jpg 600w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Ra\u0308uber.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Rezension von &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;. Hermine Touschek<\/p>\n<p>Die <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>\u201ekunstbrettlAge\u201c Pettenbach<\/strong><\/span> nahm sich heuer einen Klassiker der Weltliteratur vor: <span style=\"color: #0000ff;\"><strong>\u201eDie<\/strong> <strong>R\u00e4uber\u201c<\/strong><\/span> von <span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Friedrich Schiller<\/strong><\/span> wurde unter der Regie von <span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Martin Tr\u00f6binger<\/strong><\/span> auf die B\u00fchne gebracht.<\/p>\n<p>Friedrich Schiller schrieb das St\u00fcck 1781 zun\u00e4chst als Lesedrama. 1782 wurde es in Mannheim uraufgef\u00fchrt und gilt als eines der pr\u00e4genden Werke des \u201eSturm und Drang\u201c.<\/p>\n<p>Die Br\u00fcder Franz (<span style=\"color: #0000ff;\">Markus Rauch<\/span>) und Karl Moor (<span style=\"color: #0000ff;\">J\u00f6rg Pichler<\/span>) sind Rivalen um die Liebe ihres Vaters (<span style=\"color: #0000ff;\">Wolfgang Ebner<\/span>). Karl, der Erstgeborene ist der rechtm\u00e4\u00dfige Alleinerbe und erkl\u00e4rter Liebling des Vaters. Franz intrigiert gegen seinen Bruder und bringt den Vater dazu, diesen zu versto\u00dfen. Karl gr\u00fcndet daraufhin eine R\u00e4uberbande und versetzt ganze Landstriche in Angst und Schrecken. Doch die Liebe zu Amalia (<span style=\"color: #0000ff;\">Veronika Seidl<\/span>) f\u00fchrt ihn unter falscher Identit\u00e4t nach Hause zur\u00fcck, wo Franz wie ein Despot das ganze Haus tyrannisiert. Der Drang nach Gerechtigkeit und Freiheit endet in Gewalt und Mord.<\/p>\n<p>\u201eDie R\u00e4uber\u201c ist auch mehr als 200 Jahre nach seinem Entstehen ein durch und durch aktuelles St\u00fcck. Sucht doch auch heute wie damals die Jugend nach Identit\u00e4t und Anerkennung und zeigt sich auch heute die Unzufriedenheit einer Generation. Es geht um das Entstehen einer mit dem System unzufriedenen und schlie\u00dflich auch gewaltbereiten Gruppe. Ihr Tun entbehrt jeder konkreten politischen Grundlage. Es geht um das Thema Freiheit und die Frage, was sie f\u00fcr jeden Einzelnen bedeutet &#8211; Hass schl\u00e4gt in Gewalt um und Freiheitskampf\u00a0 dr\u00fcckt sich in terroristischen Aktivit\u00e4ten aus.<\/p>\n<p>In der Inszenierung von <span style=\"color: #ff0000;\">Martin Tr\u00f6binger<\/span> findet sich das Publikum anfangs bei einem launigen Casting wieder. Die Rollen f\u00fcr das St\u00fcck werden besetzt. Ehe man sichs versieht wird man mitgerissen in einem Sog von entfesselten Emotionen und Gewalt.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Tr\u00f6binger<\/span> erz\u00e4hlt die Geschichte aus den Figuren heraus \u2013 was Kr\u00e4nkungen ausl\u00f6sen, wie leicht sich jemand radikalisiert.<br \/>\nEindrucksvoll erleben wir Karl (<span style=\"color: #0000ff;\">J\u00f6rg Pichler<\/span>) verletzlich und verzweifelt, dem die Kontrolle entgleitet. Er w\u00e4hnt sich selbst im Recht und ist unerbittlich den anderen gegen\u00fcber. Franz (<span style=\"color: #0000ff;\">Markus Rauch<\/span>) kommt ja anfangs noch ganz sympathisch r\u00fcber \u2013 hat er es ja auch nicht wirklich schlecht zu Hause. Zerfressen von Neid und Eifersucht wird er \u00fcberzeugend zum Schreckensherrscher auf seines Vaters Anwesen.<br \/>\nDie Geschichte ist spannend und psychologisch nachvollziehbar erz\u00e4hlt. Schillers Sprache kommt nicht sperrig, sondern wie selbstverst\u00e4ndlich allt\u00e4glich. Die Wut der Figuren, das was an Wahrheit in ihnen steckt, ergreift das Publikum. Die karge B\u00fchne l\u00e4sst dem Zuschauer Platz, sich selbst ein B\u00fchnenbild zu malen.<\/p>\n<p>Nach dem packenden, emotionalen Showdown ist man fast erleichtert, dass alle Toten wieder aufstehen \u2013 weil es ja nur ein Spiel war.<br \/>\nEine herausragende Gesamtleistung des ganzen Ensembles.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rezension von &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;. Hermine Touschek Die \u201ekunstbrettlAge\u201c Pettenbach nahm sich heuer einen Klassiker der Weltliteratur vor: \u201eDie R\u00e4uber\u201c von Friedrich Schiller wurde unter der Regie von Martin Tr\u00f6binger auf die B\u00fchne gebracht. 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