{"id":9802,"date":"2017-11-07T19:42:45","date_gmt":"2017-11-07T18:42:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ooe-theaterverband.com\/?p=9802"},"modified":"2017-11-07T19:43:54","modified_gmt":"2017-11-07T18:43:54","slug":"wer-zum-teufel-ist-dieser-mrozek","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/?p=9802","title":{"rendered":"Wer zum Teufel ist dieser Mrozek?"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.ooe-theaterverband.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Gusentheater.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-9801\" src=\"http:\/\/www.ooe-theaterverband.com\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Gusentheater-300x199.jpg\" alt=\"Gusentheater\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Gusentheater-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Gusentheater-200x132.jpg 200w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Gusentheater-768x509.jpg 768w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Gusentheater-600x397.jpg 600w, https:\/\/www.amateurtheater-ooe.at\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Gusentheater.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/strong>Rezension von &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.. Christian Hanna<\/p>\n<p><strong>&#8230;&#8230;.. <\/strong>fragt das <strong><span style=\"color: #ff0000;\">Gusentheater Gallneukirchen<\/span><\/strong> sein Publikum in der aktuellen Produktion im Probenraum im Warschenhofergut.<\/p>\n<p>Eine einfache Antwort auf diese Frage l\u00e4sst sich nat\u00fcrlich bei Wikipedia finden:<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #0000ff;\">Slawomir Mrozek<\/span><\/strong>, geboren 1930 in der N\u00e4he von Krakau, gestorben 2013 in Nizza, war ein polnischer Schriftsteller und Dramatiker. In jungen Jahren noch strammer Stalinist, hatte er in Polen zuerst als Karikaturist und dann als satirischer Erz\u00e4hler erste Erfolge. Mit dramatischen Sketchen fand er zu seiner Form. Die Mittel des Absurden erlaubten es ihm, mit griffigen Pointen die durchg\u00e4ngig die Gesellschaft \u00fcberwachende und kontrollierende Staatsmacht zu kritisieren.<\/p>\n<p>Die Antwort des Gusentheaters auf die selbstgestellte Frage ist die Inszenierung zweier Grotesken des beinahe aus dem Bewusstsein der Theaterschaffenden verschwundenen Autors: <strong><span style=\"color: #0000ff;\">Auf hoher See<\/span><\/strong> und <span style=\"color: #0000ff;\"><strong>Striptease<\/strong><\/span>. Obwohl zwei Regisseure daran beteiligt waren, f\u00fcgen sich die beiden Einakter zu einem homogenen Abend. Und obwohl die St\u00fccke nat\u00fcrlich vor dem Hintergrund eines totalit\u00e4ren Regimes zu sehen sind, ist durch die Absurdit\u00e4t mancher Dialoge und Handlungen und die enorme Skurrilit\u00e4t des Plots der Unterhaltungswert sehr hoch, auch wenn man sich am Lachen schnell einmal verschluckt.<\/p>\n<p><strong>Auf hoher See<\/strong> befinden sich drei Schiffbr\u00fcchige, denen der Proviant ausgegangen ist. So beschlie\u00dfen sie, einen von ihnen zu essen. Doch wie vorgehen? Demokratisch muss es sein. Also noch schnell Wahlreden halten mit guten Gr\u00fcnden, warum man selbst es nicht sein soll, und dann los zur Abstimmung. <strong><span style=\"color: #0000ff;\">Karin<\/span> <span style=\"color: #0000ff;\">Handlbauer, Heidi B\u00f6ck<\/span><\/strong> und <strong><span style=\"color: #0000ff;\">Inge Paumann<\/span><\/strong> sind die drei Schiffbr\u00fcchigen, die <strong><span style=\"color: #ff0000;\">Regisseur Bernhard Paumann<\/span><\/strong> mit verbl\u00fcffender Mimik, beredtem stummen Spiel und gro\u00dfer textlicher Pr\u00e4zision diese Wahlpersiflage ausf\u00fchren l\u00e4sst. Und dann wandelt da noch <strong><span style=\"color: #0000ff;\">Karin Leutgeb<\/span><\/strong> als Brieftr\u00e4gerin \u00fcber den Wassern \u2013 welche Post hat sie f\u00fcr uns?<\/p>\n<p>Einen <strong>Striptease<\/strong> legen nicht, wie der Titel oberf\u00e4chlich suggeriert, h\u00fcbsche junge Damen hin, sondern zwei gesetzte Herren in Anzug und Krawatte, die aus unerfindlichem Grund von einer unbekannten Macht in einem Raum mit starken T\u00fcren festgesetzt werden. Sie protestieren, jeder auf seine Art, leise, vorsichtig gegen diese Behandlung. Daraufhin werden sie von einer wei\u00dfen Hand, der Personifizierung der anonymen Macht, aufgefordert, sich ihrer Kleidung zu entledigen; letztendlich bedeutet die noch m\u00e4chtigere rote Hand ihnen, ihr zu folgen. Wie im ersten Teil werden auch hier die Protagonisten schon in einer prek\u00e4ren Situation eingef\u00fchrt; das Warum tut nichts zur Sache, wird weder angesprochen noch hinterfragt. <strong><span style=\"color: #ff0000;\">Regisseur Sepp Mostbauer<\/span><\/strong> l\u00e4sst die zwei Herren, <strong><span style=\"color: #0000ff;\">Bernhard Paumann<\/span><\/strong> und <strong><span style=\"color: #0000ff;\">Ludwig Kreil<\/span><\/strong>, slapstickartig in die Szene stolpern; auch Gehaben und Mimik erinnern an alte Filmszenen. Ihre schr\u00e4ge Unterw\u00e4sche konterkariert dabei die bedrohliche Situation, in der die beiden stecken, nimmt ihr aber nichts von ihrer Unheimlichkeit, da <strong><span style=\"color: #0000ff;\">Kreil<\/span><\/strong> und <strong><span style=\"color: #0000ff;\">Paumann<\/span><\/strong> agieren wie weiland Buster Keaton: F\u00fcr sie gibt es da gar nichts zu lachen!<\/p>\n<p>Dem Gusentheater sind hier zwei wirklich sehenswerte Rarit\u00e4ten zu verdanken, die noch bis Ende November laufen. Nutzen sie die Gelegenheit!<\/p>\n<p>Noch zu sehen:<br \/>\n10., 11., 17., 18., 24., 25. November um 20 Uhr<br \/>\n5., 12., 19., 26.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 November um 18 Uhr<br \/>\nIm Probenraum Warschenhofergut Gallneukrichen<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.gusentheater.at\/\">http:\/\/www.gusentheater.at\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rezension von &#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.. Christian Hanna &#8230;&#8230;.. fragt das Gusentheater Gallneukirchen sein Publikum in der aktuellen Produktion im Probenraum im Warschenhofergut. Eine einfache Antwort auf diese Frage l\u00e4sst sich nat\u00fcrlich bei Wikipedia finden: Slawomir Mrozek, geboren 1930 in der N\u00e4he von Krakau, gestorben 2013 in Nizza, war ein polnischer Schriftsteller und Dramatiker. 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