Rückblick Theaterkirtag Timelkam

17. Juni 2022 | Von | Kategorie: Leitartikel

Rückblick von …………………………. Brigitte Wolf und Hermine Touschek

Der 2. Theaterkirtag anlässlich des 70-Jahr-Jubiläums vom Amateurtheater Landesverband OÖ fand am 11. Juni in Timelkam statt. Als Gastgeber fungierte die St. Josefs-Bühne Timelkam und richtete einen perfekt organisierten Tag aus.

Zum Auftakt dieses besonderen Tages brachte das „Junge Theater Wels“ Musikalische Höhepunkte aus 5 Jahren auf die Bühne. Die Welser haben es sich zur Aufgabe gemacht junge, engagierte und motivierte Menschen, die interessiert an der Arbeit am und rund um das Theater sind, zu fördern.
Mit den musikalischen Höhepunkten aus 5 Jahren zeigte uns eine Abordnung vom Jungen Theater Wels, ein kleines, beeindruckendes Spektrum Ihres Könnens. Tolle Musikauswahl von „La Vie en rose“ bis zu „Lili Marleen“ – eingebettet in kurze gespielte Acts. Erstklassige Stimmen, perfekt abgestimmte instrumentale Unterstützung – hervorragende Einstimmung für einen Theatertag mit vielen Höhepunkten.

 

Eine Timelkamer Gruppe rund um Maria Seiringer servierte ein Figurentheater für Erwachsene – das selbst geschriebenen Stück, „Der Kasperl und das echte Leben (?)“ Kasperl kommt nach langer Zeit zu uns zurück und muss erkennen, dass nichts mehr so ist, wie es einmal war. Ein etwas anderes Stück über unseren Umgang mit Corona – heiter ironisch – eine bemerkenswerte Leistung!

 

Theatergruppe Neukirchen/Vöckla erfreute das Publikum mit einer Premiere. Der Einakter „Ein verzwickter Handel“ wurde extra für den Theaterkirtag einstudiert. Wie es so war oder auch noch oft so ist:  *Geld muss zu Geld kommen*  – aber wo bleibt die Liebe?
Die Großbäuerin, hat aber die Rechnung ohne den gewieften, pfiffigen Altknecht Niklas gemacht. So können zum Schluss Michl und seine große Liebe Vroni doch noch zueinanderkommen. Naja – und der von der Bäuerin auserwählte stattliche Metzger hat nun das Nachsehen – sollte man meinen. Stimmt aber nicht, denn dieser hat ja schon lange ein Auge auf eine andere geworfen. An diesem lustigen Missverständnis und dessen Aufklärung hat die Theatergruppe Neukirchen/Vöckla überzeugend das Publikum teilhaben lassen.

Theater Marchtrenk zeigte uns ein Kurzstück von Herbert Rosendorfer, „Biologisch-dynamisch“. Es gibt viele Gründe sich biologisch-dynamisch zu ernähren. Diese höchst „wissenschaftliche“ Diskussion erleben wir mit einer Standlerin am Markt und einer sehr unentschlossenen, unwissenden Kundin, die es sehr genau wissen will. Schließlich ist es ja nicht einfach, von einem Tag auf den anderen seine Ernährung umzustellen und biologisch-dynamisch einzukaufen.
Diese heitere Groteske erinnert an die herrlichen Dialogszenen von Karl Valentin und Liesl Karlstadt. Sollte eine Theatergruppe Einakter suchen und genauso wunderbare Darsteller haben, dann bitte mit dem Theater Marchtrenk Kontakt aufnehmen.

 

N2O, Kellerbühne Puchheim, strapazierte wieder die Lachmuskeln des Publikums mit Improtheater – höchste Professionalität, wie wir sie von N2O  seit Jahren kennen. Auch Alois Hangler und Helmut Boldog durften einen Statistenbeitrag leisten.

 

Die St. Josefs-Bühne Timelkam setzte einen Höhepunkt des Theater-Kirtages mit einem Querschnitt aus dem Musical „Hair“, das in Timelkam 2016 unter der Regie von Alois Hangler Premiere hatte – mit Wiederaufnahme 2017.
Das Musical gilt als Meilenstein der Popkultur in den späten 1960er Jahren. Auch wenn sich darin der Zeitgeist der 60er Jahre widerspiegelt, sucht die Jugend auch heute wie damals ihren Platz in der Gesellschaft. Kämpft für die Ideale von sozialer und politischer Gerechtigkeit, für Frieden und eine Welt ohne Gewalt. Leider noch immer eine Utopie, wie uns die Nachrichten aus aller Welt jeden Tag vor Augen führen.
Timelkam hat sich nach einigen fulminanten Produktionen mittlerweile zu einer Musicalmetropole in Österreich entwickelt. Ein super talentiertes junges Ensemble, musikalisch und darstellerisch, bringt ein Feuerwerk an Emotionen auf die Bühne. Auch wenn das Ende der Geschichte eine traurige ist, verströmt die Musik Hoffnung. Spätestens bei „Let the sunhine in“, möchte man am liebsten aufspringen, mittanzen und mitsingen.

Die „Junge Bühne Mondsee“ beendete den tollen Theatertag mit dem Stück „Die 39 Stufen“ nach Alfred Hitchcock. Man geht ins Theater, glaubt aber, einen Kinofilm zu sehen, der mit einfachsten Theatermitteln spielt: So entsteht ein unterhaltsamer Abend, der auf die Spur der »39 Stufen« führt.
Der Protagonist Hannay wird in diesem Stück vom gelangweilten Londoner zum Gejagten. Auf seinem Weg zum „großen Haus“ trifft er auf kurzweilige Zeitgenossen, gefährliche Gestalten und sogar auf amouröse Abenteuer. Während eines riskanten Katz-und-Maus-Spiels mit der Polizei muss er außerdem die wichtigste Frage beantworten ­­­- Was sind die „39 Stufen“?
Nur 5 Akteure setzen das Stück um – eine große Herausforderung. Sie schlüpfen in Windeseile in dutzende Rollen, rasante Verfolgungsjagden und waghalsige Szenen spielen sich auf offener Bühne ab.

Der Landesverband OÖ bedankt sich bei der St. Josefs-Bühne Timelkam  und ihren Mitgliedern, unter der Leitung von Alois Hangler, die diesen Theater-Kirtag mit ihrem unermüdlichen, begeisterten Einsatz zu einem bleibenden Erlebnis machten.

Wir freuen uns auf den nächsten Theater Kirtag in Kirchschlag auf der Ruine Wildberg am 3. September und am 1. Oktober in Kremsmünster (nähere Infos folgen).

 

 

 

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