Wenn der Meister zum Guru wird…

31. März 2026 | Von | Kategorie: Rezensionen

Rezension und Foto: Christian Maier ………………….… und die Werkstatt zur Erleuchtungszone.

Mit „Ein Guru für Do-Ping“ schuf Autor Andreas Weninger eine Komödie, die den Alltag eines Kfz-Betriebs mit esoterischen Höhenflügen kollidieren lässt. Das Ergebnis ist ein Stück, das vor allem auf herrlich skurrile Figuren und pointenreiche Dialoge setzt. Die Theatergruppe Samarein verwandelte das Ganze in einen äußerst amüsanten und abwechslungsreichen Abend.

Was als ganz normaler Samstag in der Werkstatt von KFZ-Meister Günther Kolbinger beginnt, entwickelt sich in Windeseile zu einem herrlich chaotischen Abenteuer. Günther (Patrick Weiringer), eigentlich ein bodenständiger und gutmütiger Typ, hat sein Leben gut im Griff: Der Betrieb läuft, Tochter Sandra (Christina Hackl) macht ihn stolz, und gemeinsam mit Ehefrau Resi (Melanie Pöpl) schmeißt er souverän seine Werkstatt. Alles scheint in bester Ordnung. Doch dann kippt die Idylle — und zwar gründlich.

Günters Schwägerin Erni (Margit Schöberl) reist eine Woche zu früh an und bringt mit ihrer herrischen Art den Alltag gehörig durcheinander. Sie mischt sich ein, kommentiert alles und sorgt dafür, dass die ohnehin fragile Ruhe endgültig dahin ist.

Wie aus dem Nichts erscheinen die beiden mysteriösen Gestalten Y-Tong und Li-Ba-Fui (Peter Weissenböck und Marcus Fattinger) aus dem fernen Do-Ping  und sind felsenfest davon überzeugt, in Günther den Erleuchteten und nächsten Herrscher gefunden zu haben. Mit dieser Überzeugung legen sie eine derart überschwängliche wie herrlich absurde Verehrung an den Tag, dass das beschauliche Dorfleben im Nu Kopf steht. Lediglich der Lehrling Roland (Max Wimmer) versucht verzweifelt, den Betrieb am Laufen zu halten, und wächst dabei über sich hinaus.

Mit seiner Begeisterung für „Grill-Meditationen“ und „erhabene Bier-Zeremonien“ wird Günthers Verwandlung zum Guru immer grotesker — und gleichzeitig äußerst komisch. Die Kirche in Person von Gemeindeschwester Dorothea Engel (Anna Paulusberger) wittert einen Skandal. Die Sektenbeauftragte Dr. Gerlinde Stopfkuchen (Doris Oberleitner) wird misstrauisch, und der ganze Ort gerät in Aufruhr. Spätestens als Günthers Auto vom Rocker Michael (Christian Greinöcker) in Budapest geschrottet wird, ist klar: Das Chaos ist perfekt.

Doch als letztendlich Ernis längst verloren geglaubte Jugendliebe Franz Schwellnuss (Harald Schöberl) aus Do-Ping zurückkehrt, wo er die vergangenen Jahre bei den Mönchen verbrachte, löst sich alles in Wohlgefallen auf.

Unter der Regie von Alois Hintersteininger werfen sich die Darstellerinnen und Darsteller so richtig ins Zeug und glänzen durch spürbare Spielfreude. Jeder einzelne bringt eine wunderbare Mischung aus Energie, Humor und Herz auf die Bühne, was die insgesamt schon sehr lustige Handlung noch lebendiger und unterhaltsamer macht.

 

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