Der Charme von Retro in Marchtrenk

10. März 2020 | Von | Kategorie: Rezensionen

Rezension von ………………………. Hermine Touschek

THeMA – Theater Marchtrenk begab sich für die heurige Winter- bzw. Frühlingsproduktion in ein Mietshaus der 60er Jahre: „Tratsch im Stiegenhaus“ (Originaltitel: Tratsch im Treppenhaus) aus der Feder von Jens Exler. Martin Kaiser führte Regie und zeigte dem Publikum, dass er durchaus ein Faible für diese Zeit hat.

Deutschlandweite Bekanntheit erlangte das Stück seit den 1960er Jahren durch Fernsehaufzeichnungen der Inszenierungen des Hamburger Ohnsorg-Theaters, mit Heidi Kabel in der Hauptrolle.

Rosa Wimmer (Astrid König) – Bewohnerin eines Mehrparteien-Mietshauses – hat alles im Blick, was sich so rundherum abspielt. So bleibt ihr auch nicht lange verborgen, dass Frau Lindner (Karin Kaiser), die im ersten Stock wohnt, ihre Kammer untervermietet hat. Lt. Mietvertrag ist das natürlich verboten. Es ist ihr deshalb ein großes Anliegen, den Hausbesitzer Herrn Meiringer (Martin Kaiser) davon umgehend in Kenntnis zu setzen. Auch Herr Binder (Karl Krennhuber), Finanzbeamter in Ruhe, ist von der lauten Musik der jungen Untermieterin Viktoria Schindler (Janine Pöll) schon ziemlich genervt. Als sein Neffe Martin (Daniel Füreder) auch noch Unterschlupf bei ihm sucht, wird die Hausordnung gehörig durcheinandergewirbelt.

Astrid König gibt ein Musterexemplar einer Tratsche ab. Mit geblümter Schürze und Lockenwicklern im Haar schleicht sie Tag und Nacht durchs Haus auf der Suche nach Neuigkeiten. Boshaft und doch irgendwie auch liebenswert tyrannisiert sie ihre Mitbewohner.
Karin Kaiser zeigt überzeugend ihr großes Herz und gewinnt sogar letztendlich die Sympathie des schrulligen, griesgrämigen Nachbarn Binder. Viktoria Schindler verdreht bezaubernd nicht nur den älteren Herren, Binder und Meiringer den Kopf – auch der junge Martin findet sie unwiderstehlich.
Als sich die Hausgemeinschaft auf dem Kaninchenzüchterball wiederfindet, haben die Streitereien dann doch ein Ende.

Das zutiefst Menschliche, die seltsamen und unbeholfenen Charaktere reizten das Publikum zum Lachen. Ein höchst amüsanter, leichter Abend, der unterhalten hat.

 

 

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