„Der wahre Jakob“, ein wahres Vergnügen
16. April 2026 | Von Joy Pia Mader | Kategorie: Rezensionen
Rezension: Heinrich Pusch, Foto: Manfred Moßbauer
Man fährt ja nach Hirschbach zu Regisseurin Hermine Rechberger ohnehin schon mit einer hohen Erwartungshaltung. Und die wurde auch diesmal in keiner Weise enttäuscht – ganz im Gegenteil!
Dabei ist es mit dem Stück „Der wahre Jakob“ gar nicht so einfach. Das Lustspiel von Franz Arnold und Ernst Bach ist ja schon etwas in die Jahre gekommen. Und siehe da, von der Theatergruppe Hirschbach gehörig entstaubt, kommt die Handlung schon viel zeitgemäßer daher.
Man hat sogar den Mut aufgebracht, das Hauptgeschehen gleich einmal nach Hirschbach zu verlegen. Dadurch konnte man einzelnen Szenen die eine oder andere lokale und regionale Pointe draufsetzen, was vom Publikum begeistert aufgenommen wurde. Beeindruckend war auch die bis in die letzte Reihe sehr gut verständliche Bühnensprache.
Das Stück steht und fällt sozusagen mit der Besetzung der beiden Hauptrollen Peter Struwe und Tänzerin Yvette. Ersterer wurde dargestellt von Karl Moßbauer, der tatsächlich die ganze Bandbreite seiner Möglichkeiten ausspielte und so gut wie keine Pointe verfehlte. Die Tänzerin Yvette wurde hinreißend gespielt von Martina Schilcher. Diese ist sowieso ein Multitalent, scheint sie doch in der Teamliste auch als Maskenbildnerin, als Bühnendesignerin und sogar als Regieassistentin auf. Als Mittäter Peter Struwes und gleichzeitig dessen bemitleidenswertes Freundschaftsopfer muss Heinrich Böcklein in dem Stück herhalten – durchaus schlitzohrig in Szene gesetzt von Norbert Ecker. Mit der Körpergröße kokettiert man komödiantisch bei Peters Tochter Lotte (groß) – Elena Maier – und Simon Walchshofer als Fred (etwas kleiner). Gleich in zwei liebenswürdigen Rollen ist Hilde Ehrentraut zu sehen, nämlich anfangs als Elise Hildebrand und später – nicht mehr wiederzuerkennen – als Dienstmädchen Anna. Auch die anderen Darsteller/Innen bringen Tempo auf die Bühne: Martina Kopler als sehr lebensechte Gemahlin Mila Struwe, Reinhard Süß als ewig grantelnder Eduard Stulpnagel, Wolfgang Schartmüller als Graf von und zu Gusenursprung, der als Verehrer bei Yvette leider gar nicht landen kann; ganz im Gegensatz zu James Ellison, verkörpert von Felix Pammer, der mit seinem Englisch mehr Glück hat.
Gratulieren darf man der Theatergruppe Hirschbach auch zur neuen alten Spielstätte. Hat man schon früher im Gasthaus Freudenthaler gespielt, so hat man sich nunmehr, nach Schließung der Gaststätte, dort fix eingenistet – natürlich mit gehörigem Finanz-, Zeit- und Arbeitsaufwand. Aber es hat sich ausgezahlt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Bühne spielt technisch alle Stücke, und man wird auf ihr alle Stücke spielen können.
